CLAUDE KARGER

„Außenminister sind von Berufs wegen leidensfähig. Doch sozialistische Außenminister brauchen einen noch dickeren Pelz“, schrieb der „Wort“-Rückspiegel nach dem anstrengenden LSAP-CETA-Kongress am Dienstag, bei dem unserem Chefdiplomaten ein eisiger Wind von links entgegenblies. Für das „T“ war die Veranstaltung sogar eine Art „Mini-Referendum“: „Zwei Seiten, die jede eine Schubkarre voll Argumente für die jeweilige Position auffährt; Kompromisse sind nicht eingeplant“. Das fanden auch die Tausenden, die am Samstag gegen die obskuren Freihandelsdinger durch die Straßen zogen. Da blies ein kalter Wind und froh waren die mit dicken Pelzen. Dass dicker Pelz auch sommerzeits von Vorteil sein kann, hat vor einigen Wochen der Mudam-Direktor bei einer Nagelprobe erlebt, die etwas über die Stränge schlug. „Durch die Chose landet der als elitär verschriene Musentempel zwar endlich beim Stammtisch, doch am Ende stehen die Hauptakteure der Posse ganz unelitär im Dreck“, bringt das „Wort“ die Sache auf den Punkt. Definitiv einen dicken Pelz oder gar Titanpanzer braucht das nun definitiv gekürte CSV-Zugpferd, stehen doch mindestens zwei Jahre Vollgalopp an: „De politesche Courage ass keng Saach fir speider, mee fir direkt“, sagte der Altminister. Kein Witz.