LUXEMBURG
INGO ZWANK

Hotels und Jugendherbergen zeigen ein Plus auf, Campingplätze schwächeln etwas

Fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, 19.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt im Sektor: Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Großherzogtum. Plus 0,2 Prozent im Bereich Hotellerie und ein Prozent Plus bei den Jugendherbergen, während die touristische Jahresbilanz, die am Mittwoch von Staatssekretärin Francine Closener im Rahmen des Tourismustages 2017 vorgestellt wurde, für den Bereich Campingplätze ein Minus von 1,5 Prozent zeigt.

Fünf-Jahres-Anstieg

Und doch hat sich „viel getan“, wie Closener ausführte – vor allem im Kongresstourismus. So konnte die Hotellerie eine Belegungsrate von 72,2 Prozent mit 1,742 Millionen Übernachtungen aufweisen (2015: 1,738 Millionen, insgesamt sind es über 2,7 Millionen im Jahr 2016), die meisten Besucher hier kommen immer noch aus Belgien (17 Prozent), gefolgt von Deutschland und Frankreich (je 13 Prozent) und Luxemburg (acht Prozent). Dabei haben noch nie so viele Leute in den luxemburgischen Hotels übernachtet wie im Jahr 2016. „Seit Jahren haben wir nun einen kontinuierlichen Anstieg, was die Übernachtungen anbelangt“, führte Anne Hoffmann von „Luxembourg for Tourism“ aus. Vor allem der Bereich „Reise und Vergnügungen“ habe sich hier mit einem Plus von 2,9 Prozent hervorgetan.

Im Bereich der Übernachtungen mit Blick auf die entsprechenden Tourismusregionen wurde im Zentrum ein Plus von 0,1 Prozent, in den Ardennen ein Minus von 3,7 Prozent festgestellt. Das Müllerthal hat sich - nach einigen Durststrecken - entsprechend ein Plus von 5,8 Prozent erarbeitet. Die Moselregion sticht mit einem Plus von 11,2 Prozent heraus.

Lëtzebuerger Journal

Was den Campingtourismus betrifft, so wurde ein Rückgang von 999.000 Übernachtungen auf 984.000 festgestellt, wobei Closener betonte, dass auch einige Campingplätze von den Unwettern des Jahres 2016 sehr betroffen waren. „Hier konnten wir aber Hilfe leisten“, sagte die Staatssekretärin und verwies auf das Wirtschaftsministerium, wo Hilfsgelder regeneriert werden konnten. Und doch stellten die Niederlande 2016 mit 61,06 Prozent der Campingbesucher die Mehrheit dar, gefolgt von Belgien (19,71 Prozent) und Luxemburg (10,67 Prozent). Was in diesem Bereich festgestellt wurde, ist der Umstand, dass sehr viele Besucher mit Campingmobil anreisten, aber nicht mehr so lange blieben. „Dies ist dem Umstand geschuldet, dass diese Urlauber eben sehr mobil sind. Wenn das Wetter ihnen nicht passt, reisen sie weiter. Und das war 2016 der Fall“, sagte Hoffmann.

Was die Preisentwicklung anbelangt, so wurde im Bereich der Hotellerie ein Minus von 79,30 Euro auf 77,30 Euro (-2,5 Prozent) festgestellt. 158.689 Besucher wurden in den unterschiedlichen „Tourismusbüros“ empfangen, was ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber 2015 bedeutet. Und doch wurden teilweise weniger Interessierte hier gezählt, „dem Smartphone sei Dank“, wie Hoffmann sagte. Aber auch die Museen des Landes wurden sehr gut besucht, 427.588 Besucher (+5,3 Prozent) strömten in die Ausstellungen. Die Schlösser des Landes wurden von 251.948 Personen aufgesucht (+6,4 Prozent).

Neues Sterne-System

Auch wenn man aktuell wieder frohlocken kann, „wir dürfen nicht aufhören, unser Land zu promoten“, sagte Closener. So stehen unter anderem Promotion-Touren in New York und Chicago oder auch in Japan an. „Vergessen darf man dann auch nicht unsere sportlichen Highlights wie die Tour de France.“ Einen Ansatzpunkt fand Closener im Bereich „Service am Kunden“, denn wenn ein Kunde einem Betrieb den Rücken drehe, dann wegen „schlechtem Service“, sagte Closener. Ein neues Klassifizierungssystem werde daher noch im März freigeschaltet, wo der Kunde erkennt, was in dem Betrieb geboten wird.

„Eine freiwillige Sache“, sagte Closener mit Blick auf die 270 Kriterien, die hier für vier Jahre festzustellen sind. Denn es gelte: „Wo vier Sterne draufsteht, da müssen auch vier Sterne drin sein“. Das System wird das „Hotelstars Union-System“, das von Inspektoren begleitet und bewertet wird.

HINTERGRUND

Die Bewertung nach „Hotelstar Union“

Unter der Schirmherrschaft von HOTREC - Hotels, Restaurants & Cafés in Europe – gründeten die Hotelverbände aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Ungarn die „Hotelstars Union”. Ziel ist es, eine harmonisierte Hotelklassifizierung mit gemeinsamen Kriterien und Richtlinien in den teilnehmenden Ländern zu finden.

Mit einem Mehr an Transparenz und Sicherheit für den Hotelgast fördere die „Hotelstars Union“ die Reputation und Qualität der Hotellerie in den Mitgliedsländern und stärke dadurch auch das Hotelmarketing - nicht zuletzt mit Blick auf den „Service am Kunden“.
Ein Katalog listet alle Kriterien, die für eine Klassifizierung eines Hotels in eine der fünf Sternekategorien der „Hotelstar Union“ Anwendung finden.

Spätestens im März 2017 soll Luxemburg über seine „Hotelstar Union“-Seite verfügen, wo sich der Besucher über die Hotels genauestens informieren kann.