CLAUDE KARGER

Während die Kommentatoren noch immer über die Juncker-Rede zur Schieflage der Europäischen Union gespalten sind - „Mr Juncker’s Indian summer“, schwärmt etwa der „Economist“ und freut sich, dass endlich mal einer eine zuversichtliche Note anstimmt, während die „Frankfurter Allgemeine“ meint der EU-Kommissionsboss habe den Europaskeptikern lediglich „ein paar Brocken rohes Fleisch“ hingeschmissen - ist Luxemburg laut „Lëtzebuerger Land“ ziemlich über die Schulmilchfrage entzweit, die mit der Verbannung der H-Milch-Produkte kurz vor Schulbeginn wieder aufgetaucht ist. Es habe sich heraus gestellt, meint das „Land“, dass die Causa Latte zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen „ungefähr die gleiche Wirkung hat, wie die Grüne Linie auf Zypern oder der 38. Breitengrad zwischen den beiden Koreas: Stark vermintes Terrain, das eine unüberwindbare Grenze bildet“. Huch! Da gebe es etwa die „Schocki-Fraktion“, die gegen die Entmündigung der Bürger wettert, die Vollmilch-, die Magermilch-Anhänger und jene, die meinen, das Schulmilchprogramm sei in etwa so „als ob das Lehrpersonal auf Geheiß des Bildungsministers Crystal Meth als Pausen-Snack verteilen würde“. Achtung: Überkochverbrühungsgefahr! Da trinken wir doch lieber einen Agavensaft - mit Schlag und Schuss.