LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Die LSAP büßt stimmenmäßig 2,68 Prozent - dafür aber drei Mandate - ein

Gefasste Stimmung am Abend kurz vor 20.00 im „Melu“. Auf der Außenterrasse wie drinnen angeregte Diskussionen unter Parteimitgliedern und Kandidaten, ernste Blicke aufs Smartphonedisplay, aufbauende Schulterklopfer. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Sozialisten die prozentualen Verluste ihre Partei im Verlauf der Auszählung verfolgt, die sich aber durch die persönlichen Stimmen zunehmend wieder ausglichen. Zu diesem Zeitpunkt konnte die LSAP zudem im Osten ihr Mandat (Nicolas Schmit, 5.522 Stimmen) sichern. Doch besser wurden die Nachrichten im Laufe des Abends nicht. Auch wenn der prozentuale Verlust national gesehen mit einem Minus von -2,68 weniger stark ausfällt als für die CSV - die dafür aber lediglich zwei Mandate abgeben musste, wie sich Spitzenkandidat Etienne Schneider gegenüber dem „Tageblatt“ beschwerte. Radio 100,7 sagte Schneider: „Die CSV ist der größte Wahlverlierer“. Die Dreier-Koalition habe hingegen „ein Prozent hinzugewonnen“. Fakt ist allerdings auch: Die LSAP fällt auf zehn Parlamentssitze zurück.

Noch ein Sitz im Norden

Im Norden fällt die LSAP auf einen Sitz zurück. Sozialminister Romain Schneider, mit mehr als 12.000 Stimmen Erstgewählter weit vor Parteipräsident Claude Haagen, sah in diesem Ergebnis einen Trend, demzufolge traditionelle Parteien - wie auch die CSV - zugunsten kleinerer Parteien wie die Piraten, die wohl bei jüngeren Wählern Zuspruch finden, Stimmen verliert. In Wiltz konnten die Sozialisten, obwohl Bürgermeister Frank Arndt nicht kandidierte, mit 31 Prozent die meisten Stimmen einholen.

Im Zentrum schafft mit dem nationalen Spitzenkandidaten, Vizepremier Etienne Schneider (16.872 Stimmen) der Abgeordnete Marc Angel (10.260) wieder den direkten Sprung in die „Chamber“. Knapp dahinter landen in dieser Reihenfolge der Franz Fayot, Wirtschaftsstaatssekretärin Francine Closener und Cécile Hemmen.

Im Süden kann Außenminister Jean Asselborn bei weitem die meisten Stimmen (39.900) in diesem Bezirk auf seiner Kandidatur vereinen. Weitere Direktgewählte sind Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo (27.128), Innenminister Dan Kersch (21.344), der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana (20.553), der Fraktionsvorsitzende Alex Bodry (20.520) und der „député-maire“ Georges Engel (19.148), Bürgermeister von Sassenheim. Taina Bofferding, Gesundheitsministerin Lydia Mutsch oder auch Generalsekretär Yves Cruchten verpassen die direkte Wiederwahl.