LUXEMBURG
MARCO MENG

„Robo-Advisor gewinnen an Zuspruch“, sagt David Furcajg von HighWave Capital

Digitalisierung ist eines der großen Themen, das derzeit die Finanzbranche beschäftigt. Dazu gehören „digitalen Geldanlageroboter“, auch Robo-Advisor genannt, die automatisiert Geldanlage-Beratung vornehmen. Ein Markt, der stark wächst, denn „Robo-Advisor werden bis 2025 bis zu 8.000 Milliarden US-Dollar verwalten, und 70 Prozent der Finanzinstitute sind bereit, solche Apps in ihr Angebot aufzunehmen“, schätzt David Furcajg.

Der französische Fintech-Unternehmer hat gestern beim Beratungsunternehmen EY Luxembourg sein Startup HighWave Capital vorgestellt.

Dieser digitale Anlageberater - die App wurde laut Aussage des Unternehmensgründers im EYInnovation-Startup-Programm mit Unterstützung des „Lux Future Lab“ entwickelt - richtet sich an Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter. „Dadurch, dass wir das IT-Programm modular gestalteten, kann es leicht in jedes gängige IT-Umfeld angepasst werden, maßgeschneidert“, erläutert Furcajg.

Der Finanzfachmann sieht in Robo-Advisor eine „Demokratisierung der Geldanlage“, denn was der Berater bei der Privatbank ansonsten nur ab einer hohen Summe und gegen Honorar tut, leistet das digitale Programm kostenlos.

Was muss ein Robo-Advisor können?

Das Besondere der Anlage-App von HighWave Capital sei, dass hier eingehend das Anleger wie auch Marktverhalten analysiert würde. „Finanzen haben viel mit Psychologie zu tun“, sagt Furcajg. Informationen können Werte schaffen - und vernichten. Preis- und Marktanalysen sind darum das A und O eines anspruchsvollen Robo-Advisors.

Minimierung der Volatilität

Da einzelne Aktien und Märkte nicht unabhängig voneinander sind und gegenseitige Wechselwirkung aufeinander ausüben, fließen in die App von Furcajg Marktanalysen ein, und die App simuliert das Geschehen. Mit der Kombination verschiedener Mittel minimiert der zugrundeliegende Algorithmus die Volatilität (Wertschwankung) der Geldanlage. „Das haben wir getestet, und die App schnitt beispielsweise besser ab als der Kurs des Dow Jones Euro Stoxx 50“, sagt Furcajg.

Explizit „Green Finance“-Investmentsim Angebot

Eine Neuheit der App ist, dass sie explizit Investitionen in den Bereich „Green Finance“ anbietet. Er kann aber auch herkömmliche Anlagemöglichkeit wie in Aktien oder Anleihen wählen. Furcajg hofft, dass sein Programm in Luxemburg, dem europäischen Finanzhub, Abnehmer findet und nannte gestern zum Beispiel die BNP Paribas. Die französische Großbank mit luxemburgischer Tochter ist am Startup-Inkubator „Lux Future Lab“ beteiligt.

Allerdings startete vor einem Jahr BNP „Paribas Wealth Management“ eine ganze Reihe von eigenen digitalen Projekten, darunter ein elektronischer Anlageberater „myAdvisory.