ZOLVER
GASTON FREYMANN

Zehn Jahre nach der ersten Idee ist der Weg zum Interventionszentrum SADIFF frei

In Gegenwart von Innenminister Dan Kersch stellten die Bürgermeister der beiden Süd- Gemeinden Differdingen und Sassenheim Roberto Traversini und Georges Engel die Pläne eines gemeinsamen Interventionszentrums für die Rettungsdienste vor.

Député-Maire Georges Engel sprach bei der Einleitung von einem „Extra Moment“ in der Geschichte und erinnerte an die Diskussionen, die es bereits vor zehn Jahren gab, als die Idee eines regionales Einsatzzentrums erstmals zur Sprache kam. Es habe eine längere Zeit gedauert, diese Idee in den Köpfen zu verankern, bis es dann zur Realisierung kommen konnte.

Falschmeldung sorgte für Scheitern

Damals stieß die Idee bei der Bevölkerung in Differdingen auf heftigen Widerstand. Ein Widerstand, der vor allem durch eine falsche Berichterstattung in einer Tageszeitung zustande kam. Fälschlicherweise war da die Rede von einer Fusion der Feuerwehren der Gemeinden Differdingen und Sassenheim, was hohe Wellen schlug und zu dem Zeitpunkt verhinderte, dass die Idee verwirklicht wurde. Es sei die falsche Entscheidung gewesen, das Projekt damals fallen zu lassen, so Roberto Traversini, jedoch müsse man den freiwilligen Dienst ernst nehmen und ihm vollen Respekt entgegenbringen.

Alle Erwartungen erfüllt

Das Rettungszentrum „Scheierhaff“ sei von der Gemeinde Sassenheim 2011 in seiner jetzigen Form in Betrieb genommen worden und habe seinen Zweck voll erfüllt, wie Engel erklärte.

Hier sind seit dem die Rettungsdienste der Gemeinde (Freiwillige Feuerwehr und Zivilschutz) untergebracht.

Eine Investition von immerhin 5,5 Millionen Euro, die mit einem substanziellen Betrag seitens des Innenministeriums bezuschusst wurde.

Engel hat jedoch immer an der Idee, das Zentrum auszubauen, festgehalten. Zielsetzung sei es gewesen, der ständig wachsenden Bevölkerung der beiden Gemeinden, die in Kürze gemeinsam die Grenze von 50.000 Einwohnern erreichen dürfte, ein Höchstmaß an Sicherheit bieten zu können.

Kritik an Kerschs Vorgänger

Traversini erinnerte, dass vor zehn Jahren das Projekt des gemeinsamen Einsatzzentrums von der Differdinger Freiwilligen Feuerwehr abgelehnt wurde. Vor eineinhalb Jahren sei es dann der Zivilschutz gewesen, der sich querstellte. Er zeigte sich jedoch erfreut über die Position der Gemeinde Sassenheim, die im Laufe der Zeit niemals die Geduld verloren habe, um das Projekt doch noch gemeinsam verwirklichen zu können.

Volles Lob zollte Traversini dem jetzigen Innenminister Dan Kersch. Kerschs Vorgänger Jean-Marie Halsdorf habe damals nicht die Rolle gespielt, die er seiner Ansicht nach hätte spielen müssen. Halsdorfs Unterstützung sei „null“ gewesen, so der Differdinger Député-Maire. Es wurde auch des Öfteren wiederholt, dass es sich keines Falls um die Fusion der beiden Korps handeln würde, auch wenn seit einem Jahr beide Korps unter der Bezeichnung SADIFF gemeinsam Einsätze fahren.

Investition von drei Millionen Euro

Das Interventionszentrum wird nun um 600 Quadratmeter Grundfläche erweitert. Die anfallenden Kosten von drei Millionen Euro werden ausschließlich von der Gemeinde Differdingen getragen. Das Areal, auf dem sich das erweiterte Interventionszentrum befinden wird, wird auch weiterhin im Besitz der Gemeinde Sassenheim bleiben, die auch den Ausbau vorfinanzieren wird. Das Besitzverhältnis der Immobilien soll 50 zu 50 sein, was in einer Konvention festgehalten wird.

Über die Höhe einer staatlichen Zuwendung wollte sich Innenminister Dan Kersch gestern allerdings nicht äußern.

Er sprach von einem Beispiel bester Zusammenarbeit auf regionaler Ebene und wies auf Synergien beider Feuerwehren hin. Der gemeinsame Weg, den beide Korps gehen, soll einen wegweisenden Charakter haben, und zeigen, wie das Rettungswesen zusammenwachsen kann.