LUXEMBURG
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Am 14. Juni 1985 wurde der Schengen-Vertrag unterzeichnet - Feierstunde im Moseldörfchen

Die zurückliegenden Monate haben gezeigt, wie wichtig den Europäern die Freizügigkeit ist und wie schnell sie ihnen eigentlich wieder weggenommen werden kann. Als der Covid-19-Erreger auch in der EU zu wüten begann, sausten - Ruckzuck - die Schlagbäume an den Grenzen wieder herunter. Erst jetzt sehen die Grenzkontrollen einem Ende entgegen und normalisiert sich der freie Reiseverkehr wieder.

Luxemburg und andere mussten heftig mit Nachbarländern um die Lockerung der Maßnahmen kämpfen, die nicht nur für die, für das Großherzogtum äußerst wichtigen Grenzgänger, eine Belastung waren, sondern auch für Familien, die hüben und drüben enge Verbindungen hegen. Der „Geist von Schengen“ stand auf dem Spiel. Gestern vor genau 35 Jahren hatten die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Luxemburgs, Belgiens und den Niederlanden an Bord des Schiffs „Marie-Astrid“ in der Mosel vor Schengen ihre Unterschriften unter das Abkommen zur Aufhebung der Grenzkontrollen an ihren gemeinsamen Grenzen gesetzt. „Schengen“ wurde zum Synonym für offene Grenzen. Gestern fand am Jubiläumstag auf Einladung des Schengener Bürgermeisters Michel Gloden eine Feierstunde am Europamonument statt. „Die Europäische Union ohne Schengen ist keine EU wie die Bürger sie verdienen“, unterstrich Außenminister Jean Asselborn in seiner Rede. Ein Virus könne man nicht mit Waffen und Grenzschließungen bekämpfen, sondern nur durch Wissenschaft und Medizin.