LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„The Farewell Party“ über ein würdevolles Sterben

Die Regisseure Sharon Maymon und Tal Granit gewannen 2014 beim Festival von Venedig den „BNL People’s Choice Award“ und den „Brian Award“ für ihre dramatische Komödie „Mita Tova“ (The Farewell Party), eine israelisch-deutsche Co-Produktion. In einer lockeren und lustigen Form behandeln sie das Thema des Alterns und den damit verbundenen Problemen, vor allem die Krankheiten.

Maschineller Tod

Die uralte und schwer kranke Zelda (Ruth Geller) erhält einen Anruf von Elohim, also Gott. Er bittet sie noch durchzuhalten und mit ihrer Therapie weiter zu fahren, da im Himmel zurzeit kein Platz für sie frei ist. Doch Gott ist nicht am anderen Ende der Leitung, sondern Yehezkel (Ze’ev Revach), der sich einen Scherz erlaubt. Er wohnt mit seiner Frau Levana (Levana Finkelstein) in einem vorbildlichen israelischen Seniorenheim, wo sie ein Appartement mit allem Komfort beziehen. Max (Shmaul Worf), der Mann einer guten Freundin Yana (Aliza Rosen), liegt im Sterben, aber niemand weiß, wie lange er noch leiden muss.

Yana will ihn von seinen Schmerzen erlösen, doch Euthanasie ist in Israel verboten. Zudem will niemand mit dem Gesetz in Konflikt geraten, um Max zu erlösen. Da Yehezkel ein Tüftler ist, hat er die Idee, eine Maschine zu bauen, die der Kranke selbst auslösen könnte und die ihm einen tödlichen Wirkstoff injizieren würde. Er braucht einen erfahrenen Arzt, der ihm todbringende Infusionen besorgen könnte. Im Seniorenheim wohnt Dr. Daniel (Ilan Dar), der allerdings Tierarzt war, ihm aber hilft, genau wie der ehemalige Polizist Raffi (Raffi Tavor).

Keine Lehrstunde

Der Tod von Max verläuft reibungslos und plötzlich klopfen immer mehr Menschen bei Yehezkel an, die von seiner Maschine profitieren wollen. Das Regieduo zeigt nicht mit dem Finger auf illegale Praktiken oder Gesetze, die den Menschen nicht respektieren. Gar sehen sie den Tod mit einem humorvollen Blick, was unter anderem die Anfangssequenz zeigt.

Es werden auch keine Pro und Contras der Euthanasie diskutiert, genau wie keine schrecklichen Szenen gezeigt werden, die für ein klares Ja zur Euthanasie plädieren würden. Hier geht es um die Würde des Menschen, während des Lebens und dem Recht, auch würdevoll zu sterben, ohne zu leiden. Die Sterbehelfer lieben ihr Leben, kiffen gerne nackt im Gewächshaus des Heims oder witzeln mit einem Verkehrspolizisten. Und Daniel hat eine Beziehung mit Raffi! Levana ist gegen jegliche Form von Sterbehilfe, aber als sie merkt, dass sie zusehends an Alzheimer erkrankt, wendet sich in ihren luziden Momenten ihre Meinung. Yehezkel ist nun direkt mit der Entscheidung über Tod und Leben Tod konfrontiert.

„Mita Tova“ wechselt gekonnt zwischen Humor und Dramatik, überrascht, regt die Lachmuskeln an, genau wie es zum Schluss auf die Stimmung des Zuschauers drückt.


Vorschau auf Youtube: tinyurl.com/ojzppsj