LUXEMBURG
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Mobilitäts- und Tourismusminister ziehen gemeinsame Bilanz des „Vëlosummer“

Mit etwa 40.000 Teilnehmern war der „Vëlosummer 2020“ ein voller Erfolg. Das ist die Einschätzung des Mobilitätsministers François Bausch (déi gréng). Der unterstrich auf der gestrigen Pressekonferenz, dass die Aktion aus gegebenen Gründen spontan verlaufen musste. Für die zweite Ausgabe, welche nächstes Jahr stattfinden soll, hätte man vergleichsweise mehr organisatorischen Vorlauf.

Lücken sind bekannt

Im Verlauf der ersten Ausgabe im August hatten 18 Gemeinden mitgemacht. Während einige gewisse Strecken den ganzen Monat über komplett für den motorisierten Verkehr sperrten, waren andere zurückhaltender. Die Aktion „VëloViaNorden“ fand lediglich an zwei Wochenenden statt. Die Strecke Kopstal-Schoenfels wurde dagegen an fünf Wochenenden gesperrt. Dennoch konnte man seine Lehren aus der Aktion ziehen. „Mir sinn eis bewosst, datt et um Réseau nach vill Lücke gëtt“, so der Mobilitätsminister. Diese sollten im Rahmen der Aktion temporär geschlossen werden. Auch wollte man die sonst typischerweise zu dieser Zeit stattfindenden Fahrrad-Aktionen, bei denen es zu einem Massenauflauf kommen würde, verhindern. Hier habe der „Vëlosummer“ geholfen, diese Masse auf mehrere Tage und Lokalitäten zu verteilen, was in Zeiten der Pandemie eine Notwendigkeit darstellte.
Beide Minister bedankten sich indes nicht nur bei den 18 Gemeinden, die mitmachten, sondern auch beim Busdienst RGTR, der CFL und der „Administration des Ponts et Chaussées“. Bemerkenswert sei auch, wie gut die beiden Ministerien bei dieser spontanen Aktion zusammengearbeitet hätten, so die beiden Minister.

Um den Erfolg auch richtig messen zu können, wurde auf zwei Methoden zurückgegriffen. Zum einen wurden Kameras eingesetzt, die lediglich die Fahrzeugart erkennen. Zum anderen wurden Bodenschleifen genutzt, welche lediglich Fahrräder erfassten. Während Anrainer immer noch in die betroffenen Straßen fahren durften, wurde in einem Fall ein tausendfacher Verstoß gegen den „Code de la Route“ festgestellt. Bei der Brücke von Beggen-Dommeldingen sind tausende Autos im Verlauf des Vëlosummer durch die eigentlich für sie gesperrte Straße gefahren und wurden entsprechend erfasst. Der Mobilitätsminister findet dies „net immens gutt“.

Es war letztlich nicht nur ein mächtiger Schub für das Fahrrad, sondern auch der lokale Tourismus konnte hier profitieren. Tourismusminister Lex Delles (DP) erklärte: „Et ass e grousse Succès, well jiddereen un engem Strang gezunn huet.“ Ein Indikator sei, dass die eigens für die Aktion entworfene Karte ganze 17.000 Mal verteilt worden war. Die Webseite velosummer.lu sei 100.000 Mal angeklickt worden, und insgesamt erreichte man über die sozialen Netzwerke 67.000 Personen. Auch bei der Premiere des „Move we carry“-Gepäcktransportdienstes war man überrascht: 2.400 Gepäckstücke wurden zwischen den Etappen von Fahrradtouristen transportiert. Bei den 50-Euro-Bons für Übernachtungsangebote im Großherzogtum seien seit Mitte Juli bereits 60.000 Stück genutzt worden. Davon seien auch viele durch Fahrradtouristen eingelöst worden. „Alles huet zesumme fonctionnéiert“, so Minister Delles.

Der nächste „Vëlosummer“ läuft vom 31. Juli bis 29. August. Gemeinden, ORTs und Naturparks können bis zum 15. Dezember kandidieren