LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Private Busfahrer klagen über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

Nachdem das Sicherheitsproblem der privaten Busfahrer des „Régime général des transports routiers“ (RGTR) endlich geregelt zu sein scheint - die Busse werden mit einem Alarmknopf ausgerüstet, der im Falle von aggressivem Verhalten seitens der Passagiere gedrückt werden kann - liegen den Fahrern die Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich gehörig auf dem Magen. Häufig müssen sie dabei bis zu viereinhalb Stunden lang darauf verzichten, eine sanitäre Einrichtung benutzen zu können. 2.500 Busfahrer, die hierzulande für private Gesellschaften fahren, sind täglich von diesem Missstand betroffen.

Privatleben und Sicherheit gefährdet

Die Vereinigung der privaten Busfahrer (LCGB-ACAP) versammelte sich gestern um 11.00 vor dem hauptstädtischen Bahnhofsgebäude, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. LCGB-Gewerkschaftssekretär Aloyse Kappweiler betonte in seiner kurzen Ansprache, dass unter den 15-Stunden Tagen auch das Privatleben sowie die Sicherheit leiden würden: „Das Ministerium weiß Bescheid, sie haben das Dossier seit Jahren da liegen. Es ist wichtig, dass die Pausen effizienter organisiert werden und wir werden dran bleiben, bis die Sache geregelt ist.“ Seit wenigen Tagen ist in diesem Kontext auch eine Petition Online, welche bislang schon über 500 Unterschriften gesammelt hat. Dominique Machado, Präsident der Busfahrergewerkschaft betonte: „Es ist ein schöner Beruf, den wir sehr gerne ausüben und wir zählen auch immer mehr Frauen zu unserem Berufsstand.“ Eine von ihnen, Catherine Renoir, fügte an: „Wir lieben unseren Beruf. Jeder Beruf hat das Recht auf Toiletten, aber unsere Wartezeiten von bis zu über vier Stunden sind nicht mehr menschlich. Als RGTR-Arbeiter haben wir keinen Ausweis, der uns berechtigt, bestimmte Toiletten zu benutzen. Die Mitarbeiter der ‚Autobus de la Ville de Luxembourg‘ (AVL) haben ihrerseits Zugang zu jenen sanitären Einrichtungen.“

Die Organisatoren der gestrigen Aktion unterstrichen, dass noch weitere folgen werden. Würde sich nichts an der aktuellen Situation ändern, könne es im schlimmsten Fall auch zu einer Arbeitsniederlegung kommen.