LUXEMBURG
NICO PLEIMLIING / BEE SECURE

Fälle von Cybergrooming gab es auch schon in Luxemburg

Es ist kein Geheimnis, dass Luxemburg keine Insel ist. Vor allem, wenn es ums Internet geht. Dort existieren nämlich keine Grenzen, und die Kommunikation ist weltweit möglich. Einerseits ist dies natürlich fantastisch, vor allem für Top-Manager, die dauernd mit ihrer Firma in Kontakt sein müssen oder auch noch für Pärchen, die weit voneinander getrennt leben. Andererseits birgt das Internet aber auch manche Gefahren, vor allem für Minderjährige, die sehr leicht Opfer von Cybergrooming sein können. Oft sind die Opfer Jugendliche, die in Chats, Foren und anderen Netzwerken die Aufmerksamkeit suchen, die sie selbst in ihrem eignen Umfeld nicht erhalten. Oft haben sie Probleme mit ihren Eltern, Freunden, an der Schule oder auch einfach mit der Pubertät.

Täter verfolgen ein Muster

Die meisten Täter folgen meist einem Muster. Zu Beginn wird der Kontakt aufgebaut. Es werden an verschiedene Chatmitglieder Nachrichten verschickt. Sobald ein Chat-User, und damit potenzielles Opfer, darauf eingeht, werden persönliche Nachrichten verschickt. Dies schafft eine Vertrauensbasis. Die nächste Ebene ist die Bekanntgabe von privaten Kontaktmöglichkeiten wie Email-Adresse und Handynummer oder Adresse. Es kann auch sein, dass ein Wechseln in einen anderen Chat vorgeschlagen wird. Für Täter sind Chats dann besonders interessant, wenn sie nicht überwacht werden.

Eine falsche Identität

Bei den sogenannten „Cybergroomern“ handelt es sich um meist erwachsene Männer, die sich in Chats sowie auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken als Jugendliche ausgeben. Ihr Ziel ist es, Mädchen und Jungen, meist im Alter von zwölf bis 16 Jahren, zu sexuellen Handlungen zu überreden. Dazu bauen sie zuerst eine sehr große Vertrauensbasis mit dem oder der Betroffenen auf. Der Begriff „to groom“ stammt aus dem Englischen und bedeutet pflegen, präparieren, jemanden aufbauen. Die scheinbaren „Freunde“ suchen gezielt nach ihren Opfern, umwerben sie mit Komplimenten, haben ein offenes Ohr und sind immer für sie da. Oft vertraut das junge Mädchen oder der Junge dem Chatpartner nach einer Weile so sehr, dass er oder sie bereit ist, diesem die von ihm verlangten Nacktfotos zu schicken oder sich vor der Kamera auszuziehen. Manchmal kommt es sogar zu einem Treffen, wo sich dann die ganze Wahrheit herausstellt und der Täter handgreiflich werden kann.

Jugendliche sollten misstrauisch werden, wenn jemand zu viel über ihr reales Umfeld wissen möchte, sehr intime Fragen stellt und auch sonst häufig über sexuelle Themen spricht, Geschenke oder Angebote machen will, darum bittet, niemandem etwas von dieser Chatbekanntschaft zu erzählen, sich in seiner Art und Weise nicht jugendlich benimmt, nach dem Besitz einer Webcam oder nach Nacktfotos fragt.

Falls es zu einem Treffen kommt, sollte man sich von einem guten Freund oder Erwachsenen begleiten lassen, den Eltern Bescheid sagen, wo und wann das Treffen mit dem Unbekannten stattfindet und einen Ort aussuchen, an dem viele Menschen sind, die im Notfall helfen können. Auf keinen Fall sollte der Jugendliche zu einer Chatbekanntschaft nach Hause gehen.

Cybergrooming kann jeden treffen! Im Glauben zu sein, das passiere nur unachtsamen Leuten, die tausende Kilometer entfernt leben, ist falsch. Cybergroomer gehen sehr vorsichtig auf ihre Opfer zu und es ist sehr schwer zu erkennen, ob ein Chatpartner wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Auch hier in Luxemburg kam es schon zu Fällen von Cybergrooming. Erst kürzlich wurde ein älterer Mann festgenommen, nachdem er junge Mädchen per Facebook und Snapchat aufgesucht, manipuliert, eingeschüchtert und dazu gezwungen hatte, ihm Nacktfotos zu schicken. Auf seinem Laptop und Handy wurden hunderte sexuelle Fotos von Minderjährigen gefunden.

Solche Fotos fallen unter den Begriff „Kinderpornografie“ und werden in Luxemburg streng geahndet. Allein für den Besitz drohen Geld- und Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren. Bei einem Fall von Grooming mit der Aussicht auf sexuellen Missbrauch ist das Strafmaß erheblich höher.


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