LUXEMBURG
LJ

Öffentliche Befragung zur Gleichstellung von Frauen und Männern

Zur Vorbereitung eines neuen nationalen Aktionsplans zur Gleichstellung von Frauen und Männern, der Ende des Jahres fertiggestellt sein soll, lud das Gleichstellung von Frauen und Männern (MEGA) von Mitte Juni bis Anfang Juli auf seiner Webseite alle Interessierten dazu ein, an einer Befragung zum Thema teilzunehmen. 1.777 Personen nahmen dann auch tatsächlich daran teil, was MEGA-Ministerin Taina Bofferding (LSAP) auf einer gestrigen Pressekonferenz als Erfolg bezeichnete: „Das Resultat lässt sich sehen“.

Lohngleichheit für Männer und Frauen: Weitere Sensibilisierung nötig

Dass in etwa doppelt so viele Frauen wie Männer mitgemacht haben, sei zu erwarten gewesen, wobei man aber, und das gehe aus der öffentlichen Befragung hervor, in Zukunft die Männer stärker in die Gleichstellungspolitik miteinbinden müsse, würden diese doch viele Probleme anders einschätzen als die Frauen. So zum Beispiel was die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen anbelange, deren Behebung 72 Prozent der teilnehmenden Frauen als „urgence absolue“ bezeichnet hätten, aber nur 38 Prozent der Männer, obwohl Lohnunterschiede in Luxemburg nach wie vor Realität seien.

Dass bislang hierzulande trotz einer Gesetzgebung über Lohngleichheit für Männer und Frauen keine einzige diesbezügliche Klage eingegangen ist, ist der Ministerin indes darauf zurückzuführen, dass viele Arbeitnehmer gar nichts von der Existenz eines solchen Gesetzes wissen würden, oder aber sich nicht trauen würden, sich zu melden, da sie Konsequenzen am Arbeitsplatz befürchten würden. Hier müsse das Ministerium wohl noch mehr sensibilisieren.

Was nun die Entwicklung der Gleichstellung von Frauen und Männern in den vergangenen Jahren anbelangt, so sind 13 Prozent der Teilnehmer der Meinung, dass hier „enorme“ Anstrengungen unternommen worden seien, derweil 67 Prozent glauben, dass hier zwar Fortschritte gemacht worden seien, aber noch ein weiter Weg vor uns liege. 14 Prozent sind indessen der Auffassung, dass es kaum Fortschritte gegeben habe, und zwei Prozent sind gar der Meinung, dass die Situation alarmierend sei und noch fast alles getan werden müsse.

Nachstehend einige der Bemerkungen, die aus der öffentlichen Befragung hervorgegangen sind: „Il faut travailler sur tous les fronts car notre éducation, notre culture et nos habitudes sont encore loin de permettre cette égalité“; „Ob munche Plaze bleiwt nach vill ze maachen, fir dass Fairness entsteet“; „Villäicht wär et am Intérêt vun ärer Arbescht sënnvoll, och mool rem transversal ze denken“; „Il y a certainement des choses qui ont changé et beaucoup de bonnes initiatives ont été lancées[…] - il y a encore un long travail à faire dans ce domaine“; „Et gëtt eng gutt rechtlech Basis awer den Alldag gesäit anescht aus. Sexismus gëtt ëmmer nach als „alldäglech“ empfond, als dass eppes dogéint aktiv ënnerholl gëtt“; „E laange Wee hannert eis, mee nach grousse Wee virun eis. Ech denken, dat brauch wierklech eng Grimmel Zäit méi bis dass Gläichstellung iwerall errecht ass“.