LUXEMBURG
SARAH THOSS

So wie der Schularzt soll alle zwei Jahre auch ein externer Psychologe die Schulen im Land besuchen und den Schülern die Möglichkeit geben, sich über ihre Gefühle und Sorgen zu äußern: Das ist der Vorschlag der Petition von Sarah Thoss, die noch bis zum 26. Mai unterzeichnet werden kann. Mehr als 1.300 Unterschriften hat die Petition bereits erhalten. Die Autorin zeigt sich über die Rückmeldungen überrascht. Sie habe „extrem viel Feedback erhalten“. An dieser Stelle erklärt sie, was es genau mit ihrem Vorschlag auf sich hat.

„Alles hat damit angefangen, dass sich vor einem Jahr ein Junge in meinem Alter, den ich persönlich nicht kannte, das Leben genommen hat. Ich habe mir darauf hin sehr viele Gedanken gemacht und fand es merkwürdig, dass nicht viel über das Thema psychische Gesundheit gesprochen wurde. Daraufhin habe ich mich bei Freunden und Familienmitgliedern umgehört und festgestellt, dass es sehr vielen Jugendlichen nicht gut geht. Zudem ist es für die meisten sehr schwierig, sich zu überwinden und Hilfe von außen anzunehmen oder beispielsweise die SePAS-Dienste (service psycho-social et d’accompagnement scolaires) in den jeweiligen Lyzeen aktiv aufzusuchen.

Daher die Idee dieser Petition: So wie der Schularzt soll alle zwei Jahre ein externer Psychologe die Schulen aufsuchen, um den Schülern zuzuhören. Jeder Schüler hätte 20 Minuten Zeit, um sich alleine mit dem Psychologen auszutauschen und hätte dabei die Möglichkeit, sich ihm anzuvertrauen oder auch nicht. Am Ende der Konsultation würden die Schüler Informationen bekommen, damit sie später bei Bedarf außerhalb der Schule einen Psychologen aufsuchen können.

Auf diese Weise sollen Schüler Berührungsängste verlieren und lernen, dass nichts dabei ist, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen. Zudem wäre die Anonymität garantiert, weil alle Schüler mit dem Psychologen, der zudem keine Verbindung zur Schule hat, reden. Ein weiterer Vorteil dieses Systems bestünde darin, dass die Destigmatisierung von mentalen Krankheiten durch Aufklärung und Sensibilisierung vorangetrieben würde. Schüler hätten außerdem die Möglichkeit, ihre Gefühle zu konfrontieren, anstatt sie zu unterdrücken.

Es ist wichtig zu betonen, dass es bei diesem Vorschlag nicht darum geht, den SePAS, der noch viele andere Rollen spielt, zu ersetzen, sondern ihn vielmehr zu ergänzen.

Wenn sich das Konzept bewährt, könnte man auch darüber nachdenken, ein ähnliches, altersgerechtes Format in den Grundschulen vorzusehen.“

Weitere Informationen unter sorahtho.wixsite.com/petition1516
Direktlink zur Petition: tinyurl.com/1516Petition