YVES ELSEN

Dem Ingenieur ist nichts zu schwer.“ Dieses Sprichwort kennt wohl jeder. Der Urheber, der dichtende Ingenieur Heinrich Seidel, hatte bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit nur diesem einen Satz auf den Punkt gebracht, was wohl die prägende Eigenschaft eines Ingenieurs war und ist. Ingenieure haben die Fähigkeit mit einem Blick zu erkennen, was gehen kann und was nicht, und dann auch adäquate Lösungen zu finden.

Wieso hat dieser Auszug aus dem Ingenieurslied für uns, ein mittelständiges Industrieunternehmen, auch heute noch so große Relevanz? Ganz einfach: es vermittelt eine Grundeinstellung, ein Weltbild, das Forschen, Entwickeln, Herstellen, Verbessern und das Nichtaufgeben miteinander verbindet. Solche Mitarbeiter sind sehr wichtig in innovativen, technologieorientierten Unternehmen! Wir brauchen Teamplayer, die es sich zum persönlichen Ziel machen, eine Lösung zu einem noch so kniffligen Problem zu finden.

Industrie braucht Fachkräfte, um Zukunft zu haben. Über Jahre hinweg waren die Absolventenzahlen viel zu niedrig, um auch nur ansatzweise den Bedarf auf dem Arbeitsmarkt zu decken. Trotz guter Einstiegsgehälter und hervorragender Entwicklungsperspektiven entschieden sich nur wenige Schulabsolventen für ein Ingenieursstudium. Mit dem Umstieg vom typischen Ingenieursstudium auf das Bologna-System, begeistern sich heute mehr junge Erwachsene für den Einstieg in das Studium des Bachelor oder Master of Science - dem Nachfolger des begehrten deutschen oder schweizer Ingenieurstitel. Die Bachelor- und Masterstudiengänge stehen jedoch im Ruf, zu verschult zu sein und den angehenden Forschern und Entwicklern viel zu wenig Raum zu geben, die Kernkompetenzen der früheren Ingenieuren zu entwickeln. Wie auch, wenn das Hauptaugenmerk der Studiengänge meist auf noch geringerer Studienzeiten und noch höherer Spezialisierung liegt?

In kleinen und mittelständigen Unternehmen brauchen wir aber gerade oft nicht den Spezialisten für Solarantrieb XY oder Pumpentechnologie YZ, sondern die Generalisten, die entscheiden können, welche Antriebsart unter allen Möglichkeiten die wohl effizienteste und zuverlässigste Gesamtlösung liefert.

Was also tun aus unternehmerischer Sicht? Die Hände in den Schoss zu legen und auf Nachbesserung auf Universitäts-ebene hoffen? Das kann keine Lösung sein - und ist es auch nicht für uns. Der Praxisbezug, der das Ingenieursstudium früher so dramatisch von anderen Studiengängen unterschieden hat, ist heute leider meist verloren gegangen. Aber gerade dort kann ein Unternehmen eingreifen, indem es Schülerinnen und Schülern auf Gymnasialebene Schnupperpraktika, und auch später im Studium frühzeitig Praktika und Abschlussarbeiten anbietet, die wirkliche Hands-On-Erfahrungen liefern - bei denen man sich die Hände mal richtig schmutzig machen kann und auch muss. Dieser Einblick in den Fertigungs- und Herstellungsprozess ist nicht nur für die Absolventen von späterem Vorteil, sondern gerade auch langfristig für uns Unternehmer. Und ganz klar: die Investition zur Betreuung von Praktika oder Abschlussarbeiten zahlt sich spätestens bei der Vertragsunterschrift mit einem derartig ausgebildeten und motivierten zukünftigen Mitarbeiter aus.

„Industrie braucht Fachkräfte, um Zukunft zu haben“, Yves Elsen, Managing Partner & CEO HITEC Luxembourg - Lëtzebuerger Journal
„Industrie braucht Fachkräfte, um Zukunft zu haben“, Yves Elsen, Managing Partner & CEO HITEC Luxembourg
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