LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das Luxembourg City Film Festival feiert seinen zehnten Geburtstag

Am Dienstagmorgen wurde das Programm der zehnten Ausgabe des Luxembourg City Film Festivals (LuxFilmFest) in der städtischen Cinémathèque präsentiert. Die Festivals-Präsidentin Colette Flesch ging in ihrer Begrüßungsrede auf die Evolution des Festivals ein, und zeigte sich besonders erfreut, dass das Festival international bekannt ist, und dass man es geschafft hat, einen professionellen Rahmen zu erschaffen. Abschließend meinte sie: „Das Festival ist ein Event, dem die Nähe zu seinem Publikum wichtig ist, und wo die Emotionen über alle Berechnungen dominieren.“ Kulturministerin Sam Tanson zeigte sich besonders erfreut über die „Genderbalance“, also das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Filmschaffenden. Film-Fund-Direktor Guy Daleiden gab bekannt, dass der Film Fund 30 Jahre alt wird, und dass man das zusammen mit dem Filmfestival am 11. März feiern wird.

127 Filme

Das Programm ist wie jedes Jahr überfüllt mit Filmen. Alexis Juncas, der Programmierer des Festivals, war auf verschiedene Filme besonders stolz, wie zum Beispiel auf den Eröffnungsfilm „Promising Young Woman“ von Emerald Fennell. Der Film, der nach der Preisverleihung gezeigt werden wird, „Yalda“ von Massoud Bakhshi, ist eine luxemburgische Koproduktion von Amour Fou, und auch der Abschlussfilm „True History of the Kelly Gang“ von Justin Kurzel, dürfte interessant sein. In der offiziellen Auswahl der neuen Filme stechen „Downhill“ von Nat Faxon und Jim Rash, „Un Fils“ von Medhi M. Barsaoui und „Énorme“ von Sophie Letourneur hervor.

Über den besten Film des offiziellen Wettbewerbs muss eine Jury von fünf Experten entscheiden, aber Alexis konnte nur drei Namen bekannt geben, da noch Verhandlungen laufen. Jurypräsidentin wird die Regisseurin Marjane Satrapi („Persepolis“) sein, deren neuer Film „Radioactive“, über das Leben von Marie und Pierre Curie, ebenfalls programmiert ist. An ihrer Seite sitzen der britische Regisseur Mike Newell („Four Weddings and a Funeral“) und der luxemburgische Schauspieler Luc Schiltz. Zehn Filme starten in diesem Wettbewerb, von denen „About Endlessness“ von Roy Andersson, „Babyteeth“ von Shannon Murphy und „Effacer l’historique“ von Benoît Delépine und Gustave Kervern hervorstechen. Die Pressejury muss sich ebenfalls ihren Lieblingsfilm unter diesen Streifen heraussuchen. Natürlich gibt es auch einen Dokumentarfilm-Wettbewerb. In dieser Jury tagen Direktoren oder Direktorinnen bekannter Filmfestivals, wie unter anderem Nicolas Girard Deltruc, Anaïs Emery und Kathrin Kohlstedde. Insgesamt sind 127 Filme über elf Tage programmiert.

„Cartes Blanches“ und Made in Luxembourg

Einigen Mitorganisatoren und Sponsoren wurde eine „Carte Blanche“ gewährt. So zeigt unter anderem der langjährige Sponsor Orange den Film „La bonne épouse“ von Martin Provost, der von Orange Studio mitfinanziert wurde. Das Festival von Villerupt hat sich den Film „Pinocchio“ von Matteo Garrone ausgesucht, und Kinepolis hat sich für Peter Catteneos „The Singing Club“ entschieden.

Elf Filme und Koproduktionen aus Luxemburg stehen auf dem Programm, unter anderem „Between Heaven and Earth“ (Paul Thiltges Distribution) von Najwa Najjar, „Jumbo“ (Les Films Fauves) von Zoé Wittock, „Le voyage du Prince“ (Mélusine Productions), ein Animationsfilm von Jean-François Laguionie und Xavier Picard, „Les Épouvantails“ (Samsa Film) von Nouri Bouzid, „Eng Äerd“ (CNA), ein Dokumentarfilm von Tom Alesch, „Tune Into The Future“ (Samsa Film), ein Dokumentarfilm von Eric Schockmel über den luxemburgischen Schriftsteller Hugo Gernsback, und „Dreamland“ (Calach Film) von Bruce McDonald.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass es ein spezielles Programm für das junge Publikum gibt, für das bereits 6.000 Schüler eingetragen sind, einige Ausstellungen, unter anderem eine über zehn Jahre LuxFilmFest, „Carte d’identité(S)“, Open-Air auf dem Knuedler, sowie die Industry Days (Begegnungen unter Professionellen), die Luxembourg Video Clip Night und Ciné-Concerts. Man hat es mit einem gut gefüllten Programm zu tun, wo man seine Wahl machen muss.

Alle weiteren Informationen findet man unter www.luxfilmfest.lu.