Die Reform des Rettungswesens schlägt sich in Baumaßnahmen nieder, aktuell auf 5,2 Hektar: Notwendig und aufwändig ist sie, die Reform des Rettungswesens, damit der gewünschte und erforderliche Qualitätsstandard für das zukünftige „Corps grand-ducal d’incendie et de sauvetage“ erreicht wird. Und dafür ist auch das Centre national d’incendie et de secours absolut notwendig, was bekanntlich in Luxemburg-Stadt entstehen soll. Gestern haben Innenminister Dan Kersch und Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer das Projekt genauer vorgestellt. Hier die Eckdaten: Wettbewerbsausschreibung, Start: Juni 2004, Spatenstich vorgesehen für September 2016; Bezug Juni 2020, dies bei Kosten von rund 141.126.190,72 Euro.
Startschuss: 1999
Doch alles begann bereits im Jahr 1999 nach den Wahlen, als das Innenministerium eine Arbeitsgruppe ins Leben rief, die sich mit Umstrukturierungen im Rettungswesen beschäftigen sollte. Damit einher ging auch die Frage nach einem neuen Standort für das CNIS, das den gewachsenen Bedürfnissen gerecht werden und als Wache sowohl für Berufsfeuerwehr, Direktionsgebäude für die Verwaltung (CSU-112) und Schulungssitz dienen sollte. Konkreter wurde es dann im Jahr 2009, als die Reform des Rettungswesens ins Regierungsprogramm geschrieben wurde.
Der Bau eines Rettungszentrums dieser Größenordnung, veranschlagt mit rund 141 Millionen Euro Gesamtkosten, stellt neben seinen funktionalen, technischen und wirtschaftlichen Anforderungen auch eine besondere Herausforderung für die architektonische Konzeption dar. Insbesondere, wenn dieses Gebäude, wie in diesem Fall, einen großen Eingriff in die Landschaft darstellt und gleichzeitig prägend für die weitere Bebauung der Umgebung werden soll. Das Projekt wurde in zwei Phasen/Zonen eingeteilt: In der ersten Phase/Zone wird die Kaserne für die Berufsfeuerwehr sowie die Direktion und das Institut national de formation des services de secours in Angriff genommen. Die Federführung liegt hier bei der Stadt Luxemburg, bei einer Kostenverteilung von 55,16 Prozent zu 44,84 Prozent für den Staat. In einer zweiten Phase geht es dann in den technischen Bereich mit allen Installationen für Aus- und Weiterbildung, darunter unter anderem eine Teichanlage und Kammern für Brandübungen, hier ist der Staat der Bauherr.
Der Gebäudekomplex ist in drei Bereiche gegliedert. Westlich des Eingangshofes liegt im 2. und 3.Obergeschoss das Aus- und Fortbildungsinstitut der Rettungsdienste (INFSS) mit seinen Schulungs-, Schlaf- und Umkleideräumen. Darunter ist im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss eine Parkgarage für die Bedürfnisse des CNIS untergebracht. Östlich des Hofes schließt sich die Feuerwache der Berufsfeuerwehr, die Räume der Freiwilligen Feuerwehr, die Leitstelle sowie die Verwaltung der Rettungsdienste an. An der Nahtstelle zwischen dem Gebäudeteil westlich beziehungsweise östlich des Eingangshofes sind Flächen angeordnet die vom Aus- und Fortbildungsinstitut, der Feuerwache und den Verwaltungen gemeinsam als synergetische Flächen genutzt werden. Dies sind die Kantine mit Restaurant sowie die großen Konferenz- beziehungsweise Hörsäle. „Ein absolut wichtiger Invest“, wie Polfer und Kersch resümierten, und es ist gut, „dass wir nun alles so konzentriert bekommen, was das Rettungswesen angeht.“
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Das CNIS in Zahlen
Nutzungsfläche der Berufsfeuerwehr: 11.340 qm; davon Verwaltung der Berufsfeuerwehr: 900qm ; Schulungsräume: 1.260 qm, Sozialräume 1.780 qm; Fahrzeughalle: 2.900 qm, Pflege- und Wartungseinrichtungen: 1.470 qm, Lagerräume 900 qm; Schlauch- und Übungsturm: 200 qm; Rettungswache: 1.370 qm; Freiwillige Feuerwehr: 760 qm; Verwaltung der Rettungsdienste: 2.600 qm; Fahrzeughallen: 370 qm.
Das nationale Aus- und Fortbildungsinstitut der Rettungsdienste mit 3.800 qm dient der Aus- und Weiterbildung sämtlicher Einsatzkräfte in Feuerwehr und Rettungsdienst des Großherzogtums.
Die Leitstelle wird im Schichtdienst 24 Stunden, sieben Tage die Woche besetzt sein. In dieser Sicherheitszentrale für das Land und die Stadt Luxemburg werden alle Notrufe 112 sowie ergänzende Amtsleitungen und die aufgeschalteten Brandmeldesysteme beziehungsweise Brandmeldeanlagen für die Bereiche Feuerwehrdienste Rettungsdienste, Notarzt (SAMU), Krankentransporte Kommunikationsdienste und Katastrophendienstunterstützung bearbeitet.



