LUXEMBURG
ANNE LEURS

Am 30. Mai wird der internationale Tag der Multiplen Sklerose begangen. Bereits im Vorfeld organisiert die „Ligue Luxembourgeoise de la Sclérose en Plaques“ dazu eine Reihe von Veranstaltungen. Ziel ist die Sensibilisierung für eine Krankheit, die nicht so einfach zu erkennen ist, wie Direktorin Anne Leurs erklärt.

„Wir nennen die Multiple Sklerose auch die Krankheit der tausend Gesichter, weil sie von Fall zu Fall unterschiedlich ausgeprägt ist. Oft sieht man einer betroffenen Person gar nicht an, dass sie krank ist. Manche verstecken sie sogar, denn die Diagnose MS hat weitreichende Konsequenzen. Nicht nur für die Person an sich, die mit Phasen grosser Müdigkeit zu tun hat, mit Schmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten oder Blasen- und Darmproblemen – manchmal kommen alle Schwierigkeiten zusammen.

Was genau MS auslöst ist noch nicht umfassend erforscht. Es gibt denn auch kein Heilmittel, lediglich Therapien, welche die Auswirkung der Krankheit lindern oder deren Fortschreiten bremsen. Schon die Diagnose von MS ist alles andere als leicht. Es ist eine Ausschlussdiagnose. Betroffene müssen sich dabei  oft über eine längere Zeit Tests unterziehen, bis sie Klarheit über ihren Zustand haben.

Fakt ist, dass viele Mitbürger betroffen sind. Einer von tausend hat MS. In Luxemburg rechnen wir mit 600 bis 1.000 Betroffenen. Fakt ist auch, dass Patienten meist nicht mehr in dem gleichen Rhythmus weiterleben und weiterarbeiten, wie sie es gewohnt waren. Hier stellen sich eine Menge Zukunftsfragen, die einen bedeutenden psychologischen Druck verursachen. Ausserdem müssen MS-Patienten meist um Verständnis kämpfen, etwa in ihrem Arbeitsumfeld. Natürlich wollen sie nicht als faul abgestempelt werden, aber auch nicht ausgeschlossen werden, das Gefühl bekommen, nichts mehr in ihrem Job beitragen zu können.

Nicht nur der Patient, auch seine Familie ist mit diesen vielen Fragen konfrontiert. Wir versuchen, allen Betroffenen die notwendige Information und psychologische Unterstützung zukommen zu lassen. Dazu gehören auch Kurse etwa für Entspannungstechniken, eine Tagesstätte für Personen mit schwerer MS und 16 Wohneinheiten in Esch/Alzette, wo MS-Betroffene autonom und günstig leben können. Wir möchten in Zukunft unser Hilfsangebot vor allem für jüngere Patienten noch ausbauen.

Die ‚Ligue Luxembourgeoise de la Sclérose en Plaques‘ setzt vor allem auch auf die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für MS. Deshalb haben wir am 18. Mai einen Stand auf dem Place d’Armes bei den Sensibilisierungswochen der Hauptstadt und zeigen den Film ‚Kleine graue Wolke‘ von Sabine Marina im Ciné Scala in Diekirch um 15.00 am 22. Mai und am 28. Juni um 18.30 im Kinepolis auf Kirchberg. Marina ist selbst MS-Patientin und hat einen sehr persönlichen Film über ihren Umgang mit Multipler Sklerose gemacht. Interessenten können sich über mslux@pt.lu anmelden.  Darüber hinaus stehen wir für alle Informationen über MS jederzeit zur Verfügung.“