LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Camille Schroeder blickt auf 25 Jahre „Baueren-Allianz“ zurückund warnt vor Ende der bäuerlichen Produktion

Dass aus einer „Bauerelëscht“ eine Baueren-Allianz wurde, die dann auch noch 25 Jahre später bestehen würde, hat keiner der engagierten Landwirte, die sich 1988 vor den ersten Wahlen einer Landwirtschaftskammer zusammentaten um eine Liste zu bilden, erwartet.

Damals, im Jahr 1988 waren die Luxemburgischen Bauern tief zerstritten, manchmal sogar soweit, dass es zu Handgreiflichkeiten kam. Es war offenbar die richtige Zeit mit einem neuen Bauernverband anzutreten, so das Fazit, dass der Präsident der „Baueren-Allianz“ , Camille Schroeder beim Neujahrsempfang seines Verbandes im hauptstädtischen Cercle zog. Damals wollte man einen Verband, der keinem „Lager“ zugerechnet werden konnte, der wirklich die Interessen der Landwirte vertreten sollte und
der einen im Ton gemäßigten Umgang mit der Politik pflegen wollte. Eine zeitgemäße landwirtschaftliche Interessenvertretung, so Schroeder. Diesen Stil habe sie in den letzten 25 Jahren konsequent weitergepflegt und dabei „klar Position“ bezogen.

Er interpretiert die Haltung seiner Allianz als „nachhaltig, umweltfreundlich und verbrauchernah“. Wobei er mit verschiedenen Definitionen von „Umweltfreundlichkeit“ hart ins Gericht ging.

Gemeinsame Agrarpolitik

Obwohl Schroeder immer wieder auf die unternehmerische Verantwortung der Landwirte hingewiesen hat, setzt auch er darauf, dass die europäische Agrarreform, Stichwort „Gemeinsame Agrarpolitik“, den Luxemburgischen Landwirten die bisherigen Leistungen erhält und die schon erbrachten Umweltleistungen der Bauern beim anstehenden „Greening“ berücksichtigt werden.

Kampf gegen Landverschwendung und Benachteiligung

Schroeders derzeit größtes Anliegen ist der Kampf gegen den Flächenverbrauch. Seine Forderung ist die Bildung von „landwirtschaftlichen Schutzzonen“, die den Erhalt von bewirtschaftetem Ackerland sichern sollen.

Diejenigen, die die primäre Aufgabe haben die Menschen zu ernähren, würden immer weiter durch Zersiedlung, Straßenbau und paradoxerweise auch durch Umweltmaßnahmen zurückgedrängt. Insbesondere die „Kompensation“, die Schaffung von ökologischen Ausgleichsflächen bei Bauvorhaben, sehen die Bauernallianz und ihr Präsident kritisch.

Die Bauern würden schon durch andere Umwelt- und Wasserschutzprogramme in ihren Produktionsmöglichkeiten beschnitten. Mit der Folge, dass die Ackerfläche im Land immer kleiner wird, so Schroeder.

Nicht nur Umweltkriterien dürften zum Maßstab genommen werden, sondern auch die Frage ob die landwirtschaftliche Produktion erhalten werden kann.