LUXEMBURG
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Sportförderung auf dem Programmplan in der Abgeordnetenkammer

Den Abschluss der gestrigen Sitzung in der Abgeordnetenkammer gab ein Antrag des Abgeordneten Claude Lamberty (DP) zum Thema der Förderung der Sport-Verbände im Großherzogtum. Dabei ging Lamberty besonders auf die Notwendigkeit einer konkreten Förderung von Sport und Bewegung, bereits im jungen Alter, sowie der besseren Unterstützung für Volontäre ein, auf deren Rücken der Sport und das Vereinsleben Luxemburgs ausgetragen werde. Kernaussage Lambertys: „Wir müssen unsere Messlatte beim Sport wesentlich höher legen und ihm endlich den Stellenwert einräumen, der ihm gebührt.“ Und das beginne auch mit den nötigen Investments.

„Wenn Gilles Muller in Wimbledon spielt, dann ist das Land im Sportfieber. Wenn die Cyclocross-WM hier stattfindet, Christine Majerus mitfährt - da jauchzt das Land vor Euphorie“, meinte Lamberty gestern. Der Sport sei ein wichtiger Faktor für Luxemburg - und zugleich eine „Schlüsselkomponente für unser ,Lëtz make it happen‘-Programm“, erklärte er. Damit das so bleibe brauche es Nachwuchs. Genau dort hapere es aber. „Besonders bei Nachwuchstalenten müssen wir als Regierung dafür sorgen, dass ihre Zukunft gesichert und ihre Strukturen entsprechend gefördert werden“, meinte der liberale Abgeordnete. Kein Leistungssportler dürfe so etwa seine Karriere ohne Ausbildung beenden.

Schulsport und Freiwilligen-Einsatz

Entsprechend wichtig sei es, bereits früh mit der Förderung zu beginnen und Infrastrukturen wie die Sportschule(n) weiter auszubauen. „Warum nicht eine allumfassende Infrastruktur, zum Beispiel neben der Coque auf Kirchberg?“, warf der Abgeordnete ein. Insgesamt müssten die Infrastrukturen besser unterstützt und erhalten werden.

Deshalb sei es auch von größter Wichtigkeit, den Schulsport möglichst früh zu fördern und ihm den nötigen Stellenwert einzuräumen. „Wenn Kinder früh lernen, Spaß an der Bewegung haben, profitiert unsere gesamte Gesellschaft davon“, ist Lamberty überzeugt. „Jeder investierte Euro ist damit eine Investition in eine gesunde Zukunft des Landes.“

Die Sportverbände müssten zudem mehr Hilfen aus der Politik erhalten, um das Personal aufzustocken, damit das Volontariat nicht die einzige Stütze vieler Verbände bleibe. „Wir müssen da einfach mehr Verantwortung übernehmen“, meinte er. Dann klappe es auch mit einem besseren Stellenwert des Sports in der Gesellschaft; „120.000 Menschen betreiben hierzulande aktiv Sport“, erklärt er. Darin - und in andere Institutionen und Vereine - müsse deshalb mehr investiert werden. „Die Sportler sollten uns das wert sein. Das sollte uns unsere Gesundheit wert sein.“

Sportminister Romain Schneider erklärte daraufhin, dass der kommende Fünfjahresplan durchaus eine verstärkte Frühförderung des Sports vorsehe und auch das akute Problem von fehlenden Trainern besser angegangen werden soll. „Es kann zudem nicht sein, dass wir leerstehende Infrastrukturen wie Hallen haben“, meinte Schneider. „Diese müssen besser von Vereinen und der Öffentlichkeit genutzt werden können.“ Deshalb werde man sich stärker darum kümmern, diese auch zugänglicher zu machen.

Direkt vor Ort sei Schneider oft im direkten Kontakt mit den Verbänden und wisse deshalb genau, woran es fehle. Dass deshalb mittelfristig auch das Sportlyzeum nachgebessert werden müsse, ist „evident“, wie Schneider meint. „Kurzfristig ist das aber nicht zu machen, deshalb müssen wir jetzt noch das absolute Maximum herausholen“, erklärte er. Wo ein entsprechender Standort entstehen könne - darauf wollte er sich nicht festlegen.

Die duale Karriere und die bestehende Forschungs- und Ausbildungsinfrastruktur (allen voran das „ Luxembourg Institute for High Performance in Sports“ LIHPS) seien hingegen gute Beispiele für eine starke Förderung der Profisportler, die unter anderem mit Laurent Carnol ein entsprechendes Vorbild und einen Experten zu bieten haben. Ein erstes Erfolgsprojekt: „Matthieu Osch verbindet sein Studium mit seinem Sport - erfolgreich, wie man sieht.“

Bessere Förderung und mehr Geld könne er daher nur begrüßen. Das Geld müsse aber besser und gezielter verteilt werden. „Mehr Budget ist aber vorerst vorgesehen“, meinte Schneider.

Unter den anderen Abgeordneten herrschte derweil reichlich Zustimmung für Lambertys Antrag, weshalb diesem auch einstimmig stattgegeben wurde. Die Grünen-Abgeordnete Josée Lorsché merkte lediglich an, dass das Benevolat nicht nur am „Nebenkriegsschauplatz“ des Sports diskutiert werden müsse. Roy Reding (ADR) hingegen forderte mehr (und bessere) Sporthallen - und mehr Förderung für „sozial schwach gestellte Menschen, die sonst keinen Sport machen könnten.“ Eine derartige Situation dürfe es in Luxemburg nicht geben, meinte Reding.