PETINGEN
GASTON FREYMANN

Petingen - Investitionsvolumen bliebt trotz Sparmaßnahmen hoch

Bei der Aufstellung des Haushaltsentwurfs 2015 für Petingen sei das Wort sparen zum Leitmotiv für den Schöffenrat geworden, gekoppelt mit viel Rechnerei, damit die vorgenommenen Projekte in der gesetzten Frist durchgezogen werden können, so hieß es seitens Schul- und Sozialschöffin Raymonde Conter (CSV). Dies nachdem ihr Parteikollege und Bürgermeister Pierre Mellina die Eckdaten vorgestellt hatte und Investitionen von immerhin 22,4 Millionen für die kommenden zwölf Monate ankündigt hatte.

Allerdings bedauert Raymonde Conter, dass der Wunsch nach einer neuen Musikschule auf dem Gelände des früheren LTMA, die für einen optimalen Musikunterricht unentbehrlich ist, in der gesetzten Zeitspanne nicht umzusetzen ist.

Für Pierre Mellina liegt der vierte Haushaltsentwurf in der laufenden Mandatsperiode ganz auf der Linie des Mehrjahresfinanzplanung, die der Schöffenrat dem Gemeinderat am 24.Februar 2014 vorgestellt hat und ein Investitionsvolumen von 129 Millionen Euro vorsieht.

Um alle diese Investitionen zu tätigen, sei auch 2015 keine Anleihe erforderlich. Gleichzeitig werde die Gesamtschuld der Gemeinde um 1,95 Millionen Euro abgetragen, so dass die Verschuldung zum Jahresende 2015 auf 14,3 Millionen Euro schrumpfen wird, was einer Pro-Kopfverschuldung von 816 Euro entspricht.

Ein Plus an zweckgebundenen Einnahmen

In Petingen werden sich die Gesamteinnahmen im ordentlichen Haushalt auf insgesamt 61.762.874 Euro belaufen. 77 Prozent davon werden in Form zweckgebundener Einnahmen: Gewerbesteuer (14.406.934 Euro), Staatliche Zuwendung (32.074.830 Euro) und die Grundsteuer (550.000 Euro), insgesamt 47.031.764 Euro in die Gemeindekasse fließen wird. Die Gemeindetaxen (Wasser, Kanal, Müll) stellen zwölf Prozent der ordentlichen Einnahmen dar.

Laut Haushaltsentwurf 2015 liegen die Mehreinnahmen, ausschließlich die, die zweckgebunden sind, um 2.984.261 Euro höher im Vergleich zur verbesserten Haushaltsvorlage 2014, die mit 59.679.241 Euro eingetragen sind.

Größter Posten der gewöhnlichen Ausgaben bilden die Personalkosten, für die insgesamt 27,4 Millionen Euro, was 54 Prozent entspricht, eingeschrieben sind. 5,5 Millionen Euro - elf Prozent - stellen Beiträge an die verschiedenen interkommunalen Syndikate dar. 3,9 Millionen werden für den Unterhalt gemeindeeigener Infrastrukturen ausgegeben und 2,8 Millionen für soziale Zwecke.

Investitionspaket von 22,3 Millionen

Mit 22.339.545 Euro liegen die außerordentlichen Ausgaben um 600.000 Euro unter denen der verbesserten Haushaltsvorlage 2014. Wichtigste Posten sind unter der Rubrik „Grundschule“ die Erneuerung des Schulhofs der Parkschule in Petingen (0,9 Millionen), 3,3 Millionen insgesamt für das neue Sozialamt und das neue Maison relais in Rodange, 2,6 Millionen für die Bereiche Sport Kultur, Freizeit, Tourismus und Jugend, 1,6 Millionen für Verwaltungskosten, 11,4 Millionen für Straßenbau, unterirdische Infrastrukturen und öffentliche Plätze.

Ende 2015 dürfte, laut Mellina, die Reserve aus dem Wohnungsbaupakt bei insgesamt 5,3 Millionen liegen.

Weiter war zu erfahren, dass im Herbst 2015 der neue Flächennutzungsplan (PAG) dem Gemeinderat vorgestellt werden wird. So dürften sich die voraussichtlichen Kosten für dieses Instrument für die Gemeinde Petingen auf insgesamt eine halbe Million Euro belaufen.

Schluss nach 31 Jahren Kommunalpolitik

Anfangs der Sitzung hatte Pierre Mellina erklärt, dass CSV-Rat Camille Bosseler ihm in einem Brief seinen Rücktritt aus dem Gemeinderat angekündigt hatte, nach 31 Jahren aktiver Gemeindepolitik. Auch wenn bekannt war, dass das dienstälteste Mitglied des Petinger Gemeinderates im Sommer 78 in das Gremium eingezogen ist, kam dieser Entschluss für alle Anwesenden dennoch etwas überraschend. Nächstgewählter auf der CSV-Liste ist Patrick Arendt.