LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Die neu eingerichtete Schulmediationsstelle hat in diesem Schuljahr ihre Arbeit aufgenommen

Eltern, erwachsene Schüler, Lehrer oder auch Erzieher können sich seit diesem Schuljahr an die neu geschaffene Schulmediationsstelle wenden. Bildungsminister Claude Meisch (DP) stellte gestern Schulmediatorin Lis De Pina vor, die von zwei Mitarbeitern unterstützt die Anlaufstelle in den separat zugänglichen Räumlichkeiten des Ministeriums leiten wird.

Vereinfacht gesagt ist die Schulmediatorin für alle Fälle zuständig, in denen Eltern das Gefühl haben, nicht zu ihrem Recht zu kommen oder nicht die nötige Unterstützung zu erhalten. In einem fünfsprachigen Flyer heißt es genauer, dass der Schulmediator sich einer Beschwerde annimmt, wenn ein Schüler riskiert, das Schulsystem ohne Qualifizierung zu verlassen, wenn es um die schulische Inklusion von Schülern mit besonderem Förderbedarf oder die schulische Integration von Schülern mit Migrationshintergrund geht. Voraussetzung ist allerdings immer, dass die Mediationsstelle nur in letzter Instanz eingeschaltet werden kann. Eltern müssten also je nach dem zunächst den Dialog mit dem Lehrer, Regionaldirektor oder Klassenlehrer suchen.

Zur Funktionsweise der Schulmediationsstelle ist noch zu sagen, dass der Mediator die Ablehnung eines Gesuchs schriftlich begründen muss und die Vertraulichkeit des Anliegens garantiert sein muss. „Wir lassen den Eltern die Möglichkeit zu sagen, wie weit sie gehen möchten“, erklärte De Pina, die unter anderem Mediation und Kinderrechte studiert hat. Der Mediator kann beispielsweise ein Treffen zwischen beiden Seiten einrichten oder Empfehlungen an die betroffene Schule oder Einrichtung richten. Die Anlaufstelle versteht sich als unabhängiger Dienst. Stößt der Schulmediator auf eher „strukturelle Defizite“ also systematische Probleme, gehört zu seinen Aufgaben auch, das Ministerium darüber in Kenntnis zu setzen. Einmal im Jahr wird der Schulmediator zudem einen Bericht verfassen, der an die Regierung und das Parlament geht und online gesetzt wird. Dadurch soll einerseits die Transparenz der Arbeit des Schulmediators gewährt sein und andererseits das Bildungssystem, durch im Bericht formulierte Empfehlungen, verbessert werden können. Im kommenden Jahr soll die Schulmediationsstelle um zwei weitere Posten auf insgesamt fünf wachsen.