LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Fritzi - Eine Wendewundergeschichte“ basiert auf dem Kinderbuch von Hanna Schott

Das luxemburgische Animationsstudio Doghouse Films realisierte den Film „Fritzi - Eine Wendewundergeschichte“ zusammen mit belgischen, deutschen und tschechischen Produzenten. Der Animationsfilm wurde von Ralf Kukula und Matthias Bruhn realisiert und basiert auf dem Kinderbuch „Fritzi war dabei: Eine Wendewundergeschichte“ von Hanna Schott, mit den Illustrationen von Gerda Reidt. Fritzis Geschichte spielt in den letzten Monaten der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die am 9. Oktober 1989 mit dem Mauerfall zerfiel.

Beste Freundinnen

Leipzig, 1989. Fritzi und ihre beste Freundin Sophie spielen in ihrem Baumhaus. Sophie reist am nächsten Tag mit ihrer Mutter nach Ungarn in den Urlaub. Fritzi würde liebend gern mitfahren, aber sie muss auf Sophies Hund Sputnik aufpassen. Das Mädchen langweilt sich und vertreibt sich die Zeit mit dem Hund. Die Schule fängt wieder an, aber Sophie ist noch immer nicht aus den Ferien zurück. Fritzi freundet sich mit Bela an, einem Klassenkameraden. Als sie diesem in der Stadt begegnet, folgt ihm Sputnik in die Nikolaikirche, wo sich sehr viele Menschen versammelt haben, welche die Politik der DDR satthaben. Fritzi gerät in eine sogenannte Montagsdemo, bei der die Menschen in den Straßen mit dem Motto „Wir sind das Volk“ für Freiheit und die Aufhebung der Grenzen von unter anderem zu der Bundesrepublik Deutschland (BRD) demonstrieren.

Als Fritzi einen Brief von Sophie erhält, wird klar, dass sie und ihre Mutter in die BRD zu ihrer Oma geflüchtet sind. Sie entscheidet sich, Sophie ihren Hund zurückzubringen. Doch dazu muss sie den stark bewachten Grenzzaun überwinden, ein Ding der Unmöglichkeit. Eine Gelegenheit bietet sich an, als die Schulklasse in ein Ferienlager nahe der Grenze zur BRD reist.

Emotional

Ob Kinder und Jugendliche wissen, was sich damals in der DDR abspielte, ist fraglich. Darum sollten die Eltern ihre Sprösslinge im Vorfeld über diese Zeiten informieren. Der Film umreißt das politische Geschehen wohl nur am Rand, weil die Freundschaft zwischen den beiden Mädels, respektive zu Bela, im Mittelpunkt steht. So wird weder im Detail geklärt, warum die Einwohner von Leipzig für Freiheit demonstrieren, noch die Handlungen von Lehrerin Liesegang und dem Mitschüler Benni.

Am Anfang gibt es ein paar humorvolle Einlagen, ehe der Film sogar echt spannend wird, als Fritzi versucht den Grenzzaun zu überwinden. Auch wenn der Schluss im Vergleich zum restlichen Film pathetisch ist, könnte man feuchte Augen bekommen. Somit ist diese Wendegeschichte sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene sehenswert.

André Dziezuk komponierte die ansprechende Musik, die sich dem Geschehen anpasst. Die Originalfassung des Films wurde in englischer Sprache realisiert. In unseren Kinos laufen sowohl die deutsche wie die französische Fassung. Geplant sind auch Vorstellungen für Schulklassen, wo die historischen Details erklärt werden.