LUXEMBURGCOLETTE MART

Claudine Als setzt sich für Rosen als kulturelles und natürliches Erbe ein

Die Rosenzucht gehörte im neunzehnten, und ebenfalls in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu den wichtigen landwirtschaftlichen Aktivitäten auf dem Territorium der Stadt Luxemburg, und ebenfalls im Alzette-Tal.

Zu diesem kulturellen und wirtschaftlichen Erbe gehört, dass es in der damaligen Zeit etwa 400 Rosensorten gab, welche alle bei uns in Luxemburg kreiert wurden, wobei mittlerweile die Vielfalt verloren ging, da nur noch etwa 60 Rosensorten aus dieser Zeit bekannt sind.

Seit zwei Jahren engagiert sich Claudine Als, Fachärztin für Nuklearmedizin und hauptstädtische Gemeinderätin (DP), für die Rosen als kulturelles und natürliches Erbe Luxemburgs, im Sinne der Erhaltung der Biodiversität. Im Rahmen des von ihr gegründeten Vereins „Patrimoine Roses pour le Luxembourg“ konnte sie bereits die Öffentlichkeit für dieses originelle Anliegen sensibilisieren, und ebenfalls Gemeinden dazu ermutigen, der Rose im öffentlichen Räumen mehr Platz einzuräumen, um auf diese Weise der Luxemburger Geschichte Rechnung zu tragen.

Blick zurück in die Kindheit vieler

„Als Kind habe ich oft mit meiner Großmutter im Garten gearbeitet, und habe so gelernt, Rosen, und die Natur allgemein zu lieben. Bis heute empfinde ich Gartenarbeit als sehr entspannend. Die Luxemburger Geschichte der Rosenzüchterei offenbart, dass viele Luxemburger Rosen heute nicht mehr erhalten sind. Mein Einsatz gilt also der Biodiversität. Es geht mir darum, einen Aspekt der Luxemburger Geschichte und Kultur zum Wohle der Allgemeinheit wieder aufleben zu lassen. Es handelt sich um ein verbindendes Element, welches die gesamte Bevölkerung teilen kann“ erklärt uns Claudine Als.

Wiederbelebung der Luxemburger Rosen

Ende 2013 gründete sie mit Gleichgesinnten den Verein „Patrimoine Roses pour le Luxembourg“, der sich zum Ziel setzt, zahlreiche verschiedene Rosenstöcke zum Verkauf anzubieten, alte Rosenarten wieder zu einem zweiten Leben zu erwecken, sowie auch neue Rosensorten zu fördern. Regelmäßig werden also auf Ständen so genannte luxemburgische Rosenstöcke verkauft, die es Interessenten erlauben, viele verschiedene Rosenarten in ihrem Garten anzupflanzen.

„Mit den Kunden entsteht ein sehr interessanter Kontakt, denn die Rosenstöcke rühren an viele persönliche Geschichten. Die Kunden kaufen somit bei uns ein Stück Familiengeschichte und drücken dies auch aus. Es ist wichtig, dass viele Rosenarten hier in den Gärten neu aufleben, das Wissen um die Rosenpflege sich wieder in der Bevölkerung verbreitet, zur Schönheit der Gärten beitragen, und auch an unsere Tradition und unsere Geschichte rühren“, so Claudine Als.

Mehr Rosen in die öffentlichen Anlagen!

Des Weiteren sensibilisierte die hauptstädtische Gemeinderätin auch Gemeinden für ihr Anliegen. In der Stadt Luxemburg wurden im Merler Park Beete mit Rosen neu angelegt, und auch Walferdingen kam auf die engagierte Rosenliebhaberin zu mit dem Ziel, einen Rosengarten anzupflanzen. Weitere Projekte sind in Bearbeitung, etwa in der Schweizer Botschaft in Strassen. Der Rosengarten im hauptstädtischen Bahnhofsviertel bleibt ein ausgezeichnetes Beispiel für die Verbundenheit Luxemburgs mit der Rosenzucht und der Eleganz und Raffinesse, welche Rosen in den öffentlichen Raum bringen.

Kinder sensibilisieren

„Patrimoine Roses pour le Luxembourg“ verlegt auch ein verspieltes Faltblatt für Kinder mit Informationen über die Geschichte der Rosenzucht in Luxemburg, Anatomie der Rosen, Rezepte, sowie Rosenpflege für Schulkinder. Diese werden jetzt in den Schulklassen der Hauptstadt verteilt, und können ebenfalls von anderen Gemeinden bestellt werden. Ziel dieses Faltblattes ist es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, an einen Aspekt der Luxemburger Natur-, Sozial- und Kulturgeschichte anzuknüpfen und sie für die Rosenpflege, und für den Kontakt mit der Natur zu sensibilisieren.

„Patrimoine Roses pour le Luxembourg“ (contact@patrimoine-roses-pour-le-luxembourg.lu) vermittelt ebenfalls Informationen über alte und neue Rosensorten.

Marktstand am Samstag

Am Samstag wird man mit einem Stand auf dem Knuedler Präsenz zeigen, zwischen 8.00 und 17.00. Zwölf verschiedene Rosensorten werden angeboten.

Die neuen Rosensorten sind allgemein robuster, auch wenn sie manchmal weniger stark duften als früher. Sie können über den ganzen Sommer blühen, während früher die Blütezeit meistens begrenzt war und die Rosen auch anfälliger für Krankheiten waren. Die moderne Rosenzucht konnte die Resistenz und die Blütedauer der Rosen verbessern.

Allgemein wird das neue Rosenprojekt mit Begeisterung aufgenommen, da es an die Gefühle und die Familiengeschichte vieler Menschen rührt.