VÖLKLINGEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Ausstellung in der Völklinger Hütte: „PharaonenGold - 3.000 Jahre altägyptische Hochkultur“

In der Völklinger Hütte wurde über hundert Jahre Eisen geschmiedet. 1986 wurde das Werk stillgelegt und 1994 zum Weltkulturerbe erklärt. Im alten Ägypten wurde dagegen weit über 3000 Jahre Gold verarbeitet, das exklusiv den Pharaonen vorbehalten war. Mit der neuen Ausstellung in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes „PharaonenGold - 3.000 Jahre altägyptische Hochkultur“ verschmelzen nun sozusagen ein Edelmetall mit einem gängigen Metall der Neuzeit. Nach der Ausstellung „Inka - Gold. Macht. Gott. 3.000 Jahre Hochkultur“ (2017) und „Ägypten - Götter. Menschen. Pharaonen.“ (2014) stehen nun erneut Gold und ägyptische Herrscher im Mittelpunkt. Rund 160 Exponate können bestaunt werden. Sie stammen aus Museen wie von Privatleuten. Viele sind erstmals öffentlich zu sehen. Ihre Entstehungsgeschichte beginnt in der dritten Dynastie (ca. 2680 v. Chr.) und zieht sich bis zur Ptolemäischen Periode (306 bis 30 v. Chr.).

Kein materieller Wert

Die Ägypter waren die ersten, die Gold verarbeiteten. Wandmalereien und Reliefs in den Pyramiden und Gräbern zeigen, wie der Schmuck hergestellt wurde. Im Gegensatz zu heute, besaß Gold im alten Ägypten keinen materiellen Wert, sondern hatte religiöse und symbolische Kräfte. Es war das Symbol des ewigen Lebens und ein heiliges Metall, das „Fleisch der Götter“, und daher exklusiv den Pharaonen vorbehalten, die ja als Nachfolger der Himmelsgottheiten galten, deren Haut dem ägyptischen Glauben nach golden war. Der Schmuck aus Gold sollte sie nicht nur schmücken, sondern auch beschützen. Den Herrschern wurde Gold in ihre Gräber beigelegt, um sie unsterblich zu machen. In späteren Zeiten durften sich auch Prinzessinnen und hohe Hofbeamte mit Goldschmuck verschönern.

Grabbeigaben

Der meiste ausgestellte Goldschmuck stammt aus Pharaonengräbern. Leider wurden sehr viele dieser Gräber geplündert und die Beigaben gestohlen. Die ausgestellte Statuette von Pharao Chephren ist die älteste bekannte Abbildung eines Herrschers aus Gold, der als vierter Pharao von etwa 2522 bis 2496 v. Chr. in der vierten Dynastie herrschte. Die Göttin Hathor ziert als Titelbild den Ausstellungskatalog. Diese Gottheit erschien anfangs in Kuhgestalt, bevor sie unter anderem als Totengöttin, Göttin des Friedens, der Schönheit und der Liebe verehrt wurde.

Der goldene Stabaufsatz mit dem Abbild von Hathor stammt aus der Ptolemäischen Periode. Eine Ringplatte mit der Kartusche von Tutanchamun ist in der 18. Dynastie angefertigt worden, in welcher dieser sagenumwobene Pharao von 1332 - 1323 v. Chr. regierte. Interessant ist ein Arm aus Holz, der in der Hand das Anch-Zeichen hält, und ebenfalls im selben Zeitraum entstand. Daneben kann man unter anderem einen Goldring der Nofretete oder ein königliches Pektoral aus der Regierungszeit Ramses‘ VI. bewundern.

Filigrane Technik

Neben Goldschmuck sind auch Halsbänder aus Perlen, Glasperlen, Fayence oder Lapislazuli zu sehen, sowie Reliefs und Abbildungen von Pharaonen. Immer wieder muss man die filigrane Technik bewundern, mit welcher diese Schmuckstücke vor fast 5000 Jahren in Ägypten hergestellt wurde. Dem Team um Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig ist es wieder gelungen, eine außerordentliche Ausstellung auf die Beine zu stellen.

Weitere Informationen zu der Ausstellung, die bis zum 24. November zu sehen ist, den anderen Sehenswürdigkeiten des Weltkulturerbes Völklinger Hütte sowie den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet man unter www.voelklinger-huette.org