LUXEMBURG
SACHA ANDRÉ

Auch wenn sie noch bis Ende des Monats unterstützt werden kann, wird die Petition von Pascal Kemp für ein Tierasyl im Norden des Landes die Unterschriftenmarke von 4.500 wohl kaum noch erreichen. Für den Präsidenten des Schifflinger Tierschutzvereins Sacha André steht aber fest,  dass im Ösling, zumindest in Form von Auffangstationen, kein Weg an einer Infrastruktur für Hunde und Katzen vorbeiführt.

„In Luxemburg gibt es heute landesweit vier Tierasyle: im Süden in einem Umkreis von etwa fünf Kilometern die Einrichtungen in Esch, Düdelingen und Schifflingen sowie das Gaspericher Tierasyl im Zentrum. Daneben gibt es noch einige gemeinnützige Vereine, die Tiere aufnehmen.

Weil seit einigen Jahren das Angebot an Haustieren, beispielsweise auch über soziale Netzwerke, regelrecht explodiert ist,  arbeiten die Tierasyle seit einigen Jahren an ihren Kapazitätsgrenzen und teilweise sogar darüber hinaus. Die große Nachfrage führt dazu, dass es inzwischen Wartelisten gibt, weil etwa keine Käfige frei sind. Auch aus dem Norden des Landes rufen sehr viele Menschen an, aus dem einfachen Grund, weil in dieser Region mit Ausnahme weniger kleiner Tierschutzvereine keine Kapazitäten vorhanden sind. Zwar gab es in der Vergangenheit einzelne Projekte, wirklich lange bestanden diese allerdings nicht. Es ist klar, dass man das Projekt eines Tierasyls im Norden nicht mal eben in die Realität umsetzen kann. Man muss langfristig planen, engagierte Freiwillige finden, vernetzt arbeiten mit Gemeinden, Vereinen und anderen Tierasylen und auch die Finanzierung sicherstellen. Die bestehenden Tierasyle finanzieren sich größtenteils durch Spenden. Auch die Gemeinden, wenngleich nicht alle, unterstützen, direkt und indirekt und in unterschiedlichem Maße  diese Arbeit. Dennoch muss man klar sagen, dass aufgrund der immensen Nachfrage und den dadurch steigenden Kosten die Rechnung finanziell gesehen einfach nicht aufgeht. Als Schifflinger Tierasyl können wir uns glücklich schätzen, von der Gemeinde einen Neubau in Höhe von circa 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch darauf aufmerksam machen, dass der Staat die Einführung einer Kastrationspflicht für Katzen in Tierasylen beabsichtigt. Da müsste es im Gegenzug auch eine finanzielle Unterstützung des Staates geben, um diese Operationen durchführen zu können. Damit ist heute aber nicht zu rechnen.

Alternativ zu einem Tierasyl könnte man auch über die Einrichtung mehrerer Auffangstationen nachdenken, die den Einwohnern des Nordens zumindest die langen Anfahrtswege ersparen könnten. Mittelfristig führt aber angesichts der wachsenden Nachfrage nach den Diensten der Tierasyle kein Weg an einer neuen Struktur vorbei.“