COLETTE MART

Anschließend an die viel diskutierten Milleniumsziele, mit denen sich die Vereinten Nationen im Jahr 2000 u.a. dazu verpflichtet hatten, den Hunger in der Welt auszuradieren, hat sich die internationale Staatengemeinschaft jetzt erneut vorgenommen, bis 2030 das Leben aller Menschen grundsätzlich zu verbessern. Der Kampf gegen Hunger, extreme Armut und Ausgrenzung, eine konsequente Umsetzung des Klimaschutzes, eine Basisschulbildung für alle, sauberes Wasser und Zugang zu Toiletten sind einige Punkte jener Agenda, zu der sich 193 Staaten der Welt jetzt erneut bekannten. Während tatsächlich seit dem Jahr 2000 der Hunger in der Welt reduziert werden konnte, erweist sich hier und jetzt eine Analyse der aktuellen Herausforderungen, die die Entwicklung vieler Länder blockieren, als notwendig. Die neuen UN- Entwicklungsziele betreffen die ganze Weltgemeinschaft, weil Hunger, Armut, Analphabetismus oder auch Gewalt gegen Frauen sich quer durch alle Länder ziehen.

Die öffentliche Diskussion zum Thema Entwicklung bleibt oft auf jene Zahlen fixiert, die die reicheren Länder in die Entwicklungshilfe investieren, dabei wäre eine tiefgründige Analyse sozialer Begebenheiten, die Aktivierung und der Schutz lokaler Kompetenzen und Aktivitäten, sowie eine Analyse der Akzeptanz von Entwicklungsprojekten von Bedeutung. Wenn sich zum Beispiel eine internationale Staatengemeinschaft dazu verpflichtet, die menschliche Würde zu schützen, so wird sie sicherlich feststellen, dass die Auffassung der Würde in allen Kulturen, auch je nach Lebensstandard unterschiedlich ist. Während zum Beispiel in einem indischen Slum die Würde und Intimität der Frauen durch Toiletten besser garantiert wäre, gibt es in Europa trotz Toiletten noch zahlreiche Übergriffe auf die Würde von Frauen. Wie ein Artikel auf Zeit.online offenbart, ist es in Bulgarien noch durchaus gängig, dass ein Chef einer Mitarbeiterin einen BH schenkt, und dass Frauen im Vergleich zu Männern noch dramatisch unterbezahlt sind. Auch im reichen Amerika gibt es in vielen Städten noch Armenviertel und Rassismus, und hier wären innovative Entwicklungsprogramme angebracht.

Neben dem klassischen Argument, den fairen Handel zu fördern, neben einer kritischen Hinterfragung der Massenproduktion gesundheitsschädlicher Nahrungsmittel und respektloser Tierhaltung, lohnt sich ein Blick auf andere Mängel und Defizite, die in vielen armen Ländern den Fortschritt erschweren.

Korrupte politische Führer, die viel Geld in die eigene Tasche wirtschaften und ihr Land verarmen lassen, fehlende Daten und Dokumenta-
tionsmöglichkeiten, sowie der untergeordnete Status von Frauen sind weitere Faktoren, die der Entwicklung entgegen wirken. Glücklicherweise haben sich jetzt gemeinnützige Vereine darauf spezialisiert, korrupte Staatsführer zu verfolgen. Auch sind Krieg und Gewalt, und die daraus resultierenden aktuellen Flüchtlingswellen ein Faktor, der Entwicklung untergräbt, und Armut, Hunger und Ausgrenzung in allen Ländern der Welt fördert. Aus all diesen Gründen sollte im Bereich der Entwicklung unbedingt die Forschung besser unterstützt werden, damit Entwicklungsgelder gezielt und effizienter eingesetzt werden können.