LUXEMBURG
IZ/DPA

Ähnlich dem Zwischenfall in Seoul: Wenn Luxemburg plötzlich ohne Internet dastehen würde

Was passiert in unserer durch und durch vernetzten Welt, wenn wir plötzlich „offline“ sind und kein Internet mehr haben? Einen kleinen, wenn auch heftigen Vorgeschmack auf so einen „Cyber-Blackout“ bekam im November 2018 die südkoreanische Hauptstadt Seoul zu spüren. Durch einen Brand in einem unterirdischen Kabelkanal waren plötzlich Hunderttausende Haushalte und öffentliche Gebäude vom Kabel!

Was gravierende Folgen für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens hatte - und den Abgeordneten Sven Clement (Piraten) auf den Plan rief, der ein solch mögliches Szenario für Luxemburg beim zuständigen Medien- und Kommunikationsminister Xavier Bettel (DP) hinterfragt.

210.000 Haushalte nicht mehr am Internet

Wie das IT-Portal „Heise“ berichtete, kam es in einem Kabelschacht unterhalb der total vernetzten südkoreanischen Hauptstadt zum Brand. In dem Schacht gab es kein automatisches Feuerlöschsystem, so dass rund 200 Feuerwehrleute knapp zehn Stunden brauchten, um den Brand in den Griff zu bekommen. 210.000 Anschlüsse im betroffenen Stadtviertel Soedaemun waren offline, auch die über das Glasfasernetz verbundenen Handymasten. Es herrschte Chaos auf den Straßen des betroffenen Stadtviertels.

Clement möchte nun gerne wissen, welche Brandschutzmaßnahmen es in den luxemburgischen Kabeltunneln gibt und ob die Länge der verschiedenen Tunnels die Maßnahmen beeinflusst. Auch möchte der Abgeordnete wissen, wie viele Haushalte über einen VoIP-Telefonanschluss, also Telefon über Internet, haben. Aber auch mögliche Pläne, Mobilfunknutzern den Zugriff auf Fremdnetze bei einem größeren Netzausfall zu erlauben, interessieren Clement.

In seiner Antwort präzisiert Premier Bettel, dass es in Luxemburg nur wenige solcher Kabeltunnel gebe, normalerweise würden die Telekommunikationskabel in Kanälen im Boden liegen. Hierfür gäbe es keine speziellen Feuerschutzbestimmungen.

Nach Angaben vom ILR (Institut Luxembourgeois de Régulation) gab es nach Bettel im 1. Semester 2018 147.500 Telefonanschlüsse über Breitband sowie 125.100 PSTN-Anschlüsse (Public Switched Telephone Network), das alte, klassische Telefonnetz. Sollte es zu einem Ausfall des IP-Netzes kommen, so sei das Anrufen nicht mehr möglich. „Da der Notruf 112 und die Polizei über 113 auch noch über andere Verbindungen mit den Anbietern und Operateuren verbunden sind, kann man sich bei einem Ausfall des IP-Netzes immer noch über andere Wege mit den Diensten in Verbindung setzen, wie zum Beispiel über das herkömmlichen Telefonnetz oder aber auch das Mobilnetz“, führt Bettel aus.

Bekannt sei auch, dass diese Nummern, 112 und 113, bereits über Fremdnetze kontaktiert werden können. Rufe man diese Nummern ohne Eigennetz an, so werde man automatisch in das Netz eines anderen Anbieters eingeloggt, schließt Bettel seine Ausführungen ab.