LEUDELINGEN
ROSELINE LENTZ

Seit 1991 gibt es die „Parkinson Luxembourg asbl“, gegründet von Betroffenen für Betroffene. Seit 2006 bietet sie regelmäßige Treffen zwischen Parkinson-Kranken und Angehörigen an und seit 2013 betreibt sie in Leudelingen das Begegnungszentrum „La Tulipe“. Hier werden nicht nur Informationen ausgetauscht, es wird auch gemeinsam Sport getrieben, kulturelle Aktivitäten stehen auf dem Programm sowie Logopädie- und Ergotherapie-Ateliers. Die Präsidentin der Vereinigung, Roseline Lentz, über die Krankheit, das Zentrum und die Bedürfnisse der Parkinson-Betroffenen.

„Uns geht es mit dem ‚Centre La Tulipe‘ in erster Linie darum, die Isolation der Betroffenen zu brechen. Bei uns kann man sich ganz informell über Parkinson informieren, sich bei Kaffee und Kuchen austauschen oder sich verabreden, um gemeinsame Aktivitäten durchzuführen. Wir sind also keine Betreuungs-Tagesstätte, sondern ein offener Begegnungspunkt, bei dem in erster Linie die Patienten den Rhythmus vorgeben. 

Sie wissen am besten, was sie brauchen. Und das ist vor allem ein offenes Ohr und Ratschläge, wie sie mit ihrer Situation im Alltag am besten umgehen. Das sind natürlich auch sehr wichtige Informationen für die Angehörigen der Parkinson-Kranken. 

Jeder Betroffene hat unterschiedliche Bedürfnisse und der Verlauf der Krankheit ist unterschiedlich ausgeprägt. Es ist uns auch ein wichtiges Anliegen, der Öffentlichkeit besser zu erklären, um was es sich bei Parkinson handelt. Es ist eine neurodegenerative Krankheit, welche die dopaminproduzierenden Nervenzellen nach und nach absterben lässt und so zu Bewegungsstörungen führt. Es hat also nichts mit Demenzen zu tun. Der Patient ist geistig voll da, aber er ist in seinem eigenen Körper gefangen, den er nicht mehr kontrollieren kann.

Die Symptome können wir medikamentös lindern sowie durch einen gesunden Lebensstil und durch Sport. Wir sind übrigens sehr froh, dass die ‚Fédération luxembourgeoise des Associations des Sports de Santé‘ uns dabei behilflich ist. Aber ein Mittel an sich gegen die Krankheit gibt es heute noch nicht. Aber die Forschung macht große Fortschritte. Das macht auch die Behandlung. Diese zu verbessern ist das Ziel von ‚ParkinsonNet‘, das vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Medizinern und anderen Gesundheitsberufen fördern soll, die mit Parkinson-Patienten arbeiten, aber auch deren Schulung. Die beteiligten Experten werden dieses sehr interessante Projekt bei unserer Feier zum Weltparkinsontag am kommenden 27. April vorstellen.

Es bleibt aber auch im Tagtäglichen viel zu tun, um die rund 1.000 Parkinson-Patienten in Luxemburg zu begleiten. Die Mittel von ‚Parkinson Luxembourg‘ stoßen jedenfalls schon lange an ihre Grenzen. In unserem Begegnungszentrum in Leudelingen begrüßen wir regelmäßig zwischen 70 und 90 Patienten sowie Angehörige. Mit nur ingesamt zweieinhalb festen Stellen wird das immer schwieriger zu bewältigen. Zwar können wir auf einen festen Stamm von Ehrenamtlichen zählen, dieser hat aber in den letzten Jahren abgenommen. Dabei würden auch mehr Mittel benötigt, um beispielsweise im Norden des Landes auch eine regelmäßige Begegnungsmöglichkeit zu schaffen. Die Reise nach Leudelingen ist für einen Parkinson-Patienten aus dem Norden nämlich äu?5erst erschöpfend. Wir hoffen auf die Unterstützung der zuständigen Stellen.“
www.parkinsonlux.lu