MUNSBACH
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Erster Kunststoff-Workshop der Großregion in Munsbach

Es gibt eine Menge Strategien zur Reduzierung von Plastikabfall, der die Umwelt zusehends belastet.

So hat die EU-Kommission im vergangenen Januar Ziele ausgegeben, dass ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein müssen, dass der Verbrauch von Einwegkunststoffen drastisch reduziert werden und die absichtliche Verwendung von Mikroplastik beschränkt werden soll.

Tausende Fragen

So weit, so gut. Doch auf allen Ebenen der Verwendungskette stellen sich jede Menge Fragen. Wie muss künftig das Design einer Verpackung aussehen? Welches Plastik, respektive welche Alternativstoffe dürfen Hersteller benutzen? Wie bekommt man die Verbraucher dazu, mehr Plastik in den Recycling-Kreislauf zu bekommen? Und wie müssen die Recycling-Ströme aussehen, damit so viel wie möglich Plastik auch wirklich wiederverwertet werden kann? Fragen, über die Experten aus Industrie, Forschung und Verwaltungen gestern in Munsbach diskutierten, wo der erste „Kunststoff-Workshop“ der Großregion stattfand. Das Treffen, das vor allem auch dazu diente, den Teilnehmern eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Erfahrungen und Wünsche austauschen konnten, war von der luxemburgischen Wirtschaftsentwicklungsförderstelle Luxinnovation im Rahmen von „Greater Green“ veranstaltet worden. „Greater Green“ ist ein von der EU gefördertes Meta-Cluster der Großregion und das europaweit erste grenzüberschreitenden Netzwerk auf dem Gebiet der Umwelttechnik. „Die Herausforderung einer neuen Plastik-Wirtschaft, kann nicht von einem Land allein gelöst werden. Lokale Lösungen sind natürlich wichtig, aber wir müssen auch über die Grenzen hinausschauen“, sagte Luxinnovation-CEO Sasha Baillie, für die es ausgesprochen wichtig ist, dass die Anliegen der Industrien verstanden und diese auch mit Forschern und Gesetzgebern geteilt werden.

Nur 30 Prozent Recycling

Von den 300 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich weltweit auf Basis von Erdöl produziert werden, werden nur 10 Prozent recycelt. Der Rest landet in der Natur, wird verheizt oder in Müllkippen verscharrt. Die EU hat zwar hohe Auflagen im Plastikbereich gemacht, dennoch landen nur 30 Prozent der Kunststofferzeugnisse in der Kreislaufwirtschaft. Bei Glas sind es hingegen fast 100 Prozent. Eine Analyse der Mülltonneninhalte in luxemburgischen Haushalten, hat ergeben, dass rund 30 Prozent der Haushaltsabfälle organischer Natur sind, 19 Prozent Papier und 18 Prozent Plastik. Im Mittel landen pro Kopf jährlich rund 220 Kilogramm Haushaltsabfälle in der Tonne. Und der Anteil von Plastik hat gegenüber vorigen Erhebungen zugenommen. Für Paul Rasqué vom Nachhaltigkeitsministerium stellt sich die Frage, ob diese Plastikabfälle nicht im Hausmüll landen, weil die Verbraucher nicht herausfinden, wo sie sie abgeben können oder nicht wissen, ob sie recycelt werden können. Die EU-Kommission will die Mülltrennung jedenfalls resolut voran treiben. Dazu gehört neben der Organisation der Recycling-Netzwerke, natürlich ganz klar auch mehr Verbraucherinformationen.