LUXEMBURG
MARA KROTH

Clémentine Rixhon und Mathieu Lohr setzen sich als „UN Youth Delegates“ für Luxemburg ein

Menschenrechte, Populismus, Klimawandel, Gleichstellung von Frauen und Männern: Mit diesen Themen haben sich die luxemburgischen „UN Youth Delegates“, Clémentine Rixhon (19) und Mathieu Lohr (24), während zwei Wochen im Hauptsitz der Vereinten Nationen Jahres in New York auseinandergesetzt.

Doch was sind überhaupt „UN Youth Delegates“? Es ist die Aufgabe einer jeden Landesdelegation, Jugendvertreter auszuwählen die während der „General Assembly“, der Hauptversammlung aller Parlamentarier der Vereinten Nationen, ihrer Delegation beratend beistehen. Vor allem in Angelegenheiten, die junge Menschen besonders betreffen, haben die „Youth Delegates“ ein Wort mitzureden. Mit Clémentine und Mathieu wurden zwei engagierte Kandidaten für diese Posten gewählt, da beide schon früh etwas verändern wollen.

Die Möglichkeit,etwas zu verändern

„Ich war eine sehr lange Zeit frustriert: Es gab für Jugendliche in Luxemburg einfach keine Plattform um sich politisch auszutauschen“, sagt Mathieu. Nachdem er den Ausschuss für Äußere Angelegenheiten im „Luxembourgish Youth Parliament“ leitete, einem Programm, in welchem Jugendliche das luxemburgische Parlament und die Arbeit der Delegierten simulieren, stieß er auf das „European Youth Parliament“, ein Programm auf europäischer Ebene. „Das gab es bis dato in Luxemburg nicht, also habe ich es gegründet“. Seitdem ist Mathieu bei vielen europäischen Programmen involviert, die politikinteressierte Jugendliche aus ganz Europa zusammenführen.

Auch Clémentine wird von der gleichen Motivation wie Mathieu getrieben: etwas verändern! Neben Ihrer Teilnahme an Jugend- und Europaparlament-Simulationen hat sie „Young ZONTA“ nach Luxemburg geholt. Zonta ist eine Organisation, die Frauen in jeglicher Art und Weise unterstützt. „Young Zonta“ will gezielt junge Frauen und Männer mit politischem Engagement unterstützen. Deswegen wurde Clémentine für ihr bisheriges politisches Engagement geehrt: Sie gewann den „Young Women in Public Affairs Award“, den jährlich nur zehn junge Frauen mit besonderem politischen und sozialen Engagement gewinnen.

Beide bewarben sich, um im Oktober 2017 als erste Jungdelegierte aus Luxemburg nach New York zur Hauptversammlung der Vereinten Nationen zu fahren- und mussten vorerst durch ein taffes Auswahlverfahren. „Die Auswahl wurde aufgrund vorheriger Erfahrungen, Kreativität und Motivation getroffen, damit die Auserwählten zukünftig das Thema UN unter den Jugendlichen in Luxemburg promoten und Veranstaltungen auf die Beine stellen“, erklärt Clémentine. Doch vorerst wartete die Arbeit in New York auf sie: Die bestand hauptsächlich darin, im „Komitee für Soziale Angelegenheiten“ zu arbeiten, wo sie auch kurz nach ihrer Ankunft eine Rede halten durften, die sich an die Teilnahme von Jugendlichen in der UN richtete. Zudem wurden von den Jugenddelegationen sogenannte „Side Events“ organisiert: In denen kommen Jungdelegierte sowie Experten und Diplomaten zusammen, um über ein vorher ausgewähltes Thema zu sprechen und sich mehr in dieses Themengebiet einzuarbeiten. In dem von Luxemburg und Rumänien auf die Beine gestellten „Side Event“ drehte sich alles um das Thema Jugendextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Doch die beiden durften schon aktiv an der Politik von morgen mitarbeiten: Ein besonderes Ereignis war, dass Clémentine und Mathieu an der Jugendresolution der Vereinten Nationen, über welche alle zwei Jahre entschieden wird, mitarbeiten durften und einige Dinge einbringen und verändern konnten. Neben ihrer Arbeit liefen den beiden Personen über den Weg, die sich auf eine Art für die Menschen in ihrem Land einsetzen, die sogar gefährlich sein kann: Saba Ismail setzt sich im Norden von Pakistan gegen die Radikalisierung von Jugendlichen und für die Rechte von Mädchen und Frauen ein. Mathieu und Clémentine erzählte sie, dass sie aufgrund ihrer Arbeit fast täglich mit Morddrohungen konfrontiert wird.

Vorbilder für die Zukunft

„Das sind Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, nur um anderen Menschen zu helfen. Das sollte Anreiz für uns sein, uns mehr für die Jugend in unserem Land einzusetzen“, sagt Mathieu. Ihre Botschaft ist deutlich: Jugendliche mobilisieren und ermutigen, sich selbst politisch zu engagieren, egal auf welche Art und Weise. Den beiden ist es außerdem wichtig, ihre Erfahrungen an andere heranzutragen und Workshops im Raum Luxemburg zu veranstalten. Ein Event fand im Dezember im „Lycée Aline Mayrisch“ statt: Neben Workshops für Reden und UN-Politik waren außerdem Vertreter von Greenpeace und ECPAT aus Luxemburg anwesend.

Doch die beiden würden sich noch mehr Unterstützung von den Initiatoren dieses Programms wünschen. „Wir sind auf viele Menschen zugegangen, die uns in unserer Arbeit unterstützen wollten. Was uns zu Beginn an ,Support‘ versprochen wurde, sind of nur leere Worte gewesen. Das ist schade, denn wir wollen zusammen wirklich etwas verändern können“, kritisieren die beiden.

Letztendlich leisten Clémentine und Mathieu als erste luxemburgische Jungdelegierte Pionierarbeit. Das „UN Youth Delegates“-Programm möchten sie hier fest etablieren und zählen auf die Teilnahme von interessierten Jugendlichen. Ihr nächstes Event wird nicht lange auf sich warten lassen.


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„UN Youth Delegates Luxembourg“