MAX BINTENER

Die neue Schulreform ist unterwegs und soll - unter anderem - mehr Autonomie für die Schulen mitsichbringen und den Weg für eine neue Spezialisierung (die Sektion „I“, oder „Information et Communication“) in den nötigen digitalen „E-Skills“ bereiten. Die Schule soll somit fit für die Zukunft werden. Die „Confèrence Nationale des Élèves du Luxembourg“ (CNEL) sieht den Gesetzesvorschlag #7074 aber bislang eher skeptisch, wie Max Bintener, Präsident des CNEL, erklärt.

„Wir hatten vergangene Woche bereits eine Unterredung mit dem Bildungsminister. Wir werden uns auch in den kommenden Wochen weiter mit Entscheidungsträgern treffen und hoffen, dass ein gemeinsamer Konsens gefunden werden kann. 

Denn: Reformwille ist gut, aber an einigen Stellen hapert es noch. Die Autonomie-Erhöhung für Schulen ist zwar gut gemeint, aber es muss dennoch auch nach einem nationalen Plan Klarheit herrschen. Ansonsten könnte eine noch stärkere Konkurrenz zwischen den Schulen entstehen, die sich gegenseitig Lehrpersonal und Schüler wegschnappen könnten. Das führt letztlich nur dazu, dass die großen Schulen gestärkt hervorgehen, während es den kleineren Schulen nur wenig (oder überhaupt nicht) hilft. 

Für die ‚Section I‘ erhoffen wir uns zum Beispiel mehr Transparenz über das Programm und eine Verpflichtung zu einem kompetenten Personal: Dieses Lehrpersonal muss denn auch die Möglichkeit zur kontinuierlichen Weiterbildung haben, um auf dem sich so rasant weiterentwickelnden Gebiet nicht zurückzufallen. Ein Basis-Informatikkurs sollte zudem auch in allen unteren ‚Classique‘-Stufen eingeführt werden, um die Basiskompetenzen zu vermitteln.

Es müssen auch wieder mehr Praktika eingeplant werden - besonders als Orientierungs-Praktika auf den frühen Sekundarstufen, um sich bestmöglichst bis zum Abschluss begleiten zu lassen. Dasselbe gilt für ein besseres Angebot an Hilfskursen (‚Cours d’Appui‘), um bei schwierigen Fächern zu helfen. Hier wäre es auch angebracht, den Schülern einen verantwortlichen ‚Paten‘ zu stellen, der sie begleiten und unterstützen kann.

Das ganze braucht also insgesamt mehr Zeit, davon sind wir überzeugt. Wir wollen nicht, dass diese wichtige Reform ähnlich schwach ausfällt wie andere Reformen in jüngster Zeit, die dann häufig über eine lange Zeit nachgebessert werden mussten. Es wäre besser, die Reform noch länger auszubessern, bevor es als Gesetz gestimmt werden kann. Dann bekommen die Schulen (und Schüler) auch wirklich, was sie verdienen.“