HIVINGENCORDELIA CHATON

Josette Didier-Arendt und ihr Mann betreiben seit 25 Jahren einen Gärtnerdienst

Hinter dem Haus stehen Büsche, Bäume und Blumen. „Die haben die Kunden schon bestellt“, sagt Josette Didier-Arendt. Sie führt mit ihrem Mann seit 25 Jahren einen Gärtnerbetrieb, der für Privatleute und Unternehmen Beete anlegt, pflegt, Pflanzen vermietet und Konzepte erstellt. „Blumenthal“ steht auf dem großen Stein vor dem Anwesen. Noch ist es früh am Tag, die 22 Mitarbeiter sind fast alle unterwegs zu Kunden.

„Die Teams stellt mein Mann zusammen. Viele besuchen drei oder vier Kunden am Tag, da muss genau geplant werden“, sagt die Frau mit dem blonden, kurzen Haar. „Die Saison ist heftig.“

Josette Didier-Arendt kommt aus Colmar-Berg. Ursprünglich hatten ihr Mann und sie einen Bauernhof und Schweine. „Aber wir wollten uns anders aufstellen, auch wegen der Mädchen“, erinnert sie sich. Gemeint sind ihre beiden mittlerweile erwachsenen Töchter. Die eine hat sich für einen ganz anderen Bereich entschieden, die andere ist Landschaftsarchitektin geworden, weiß aber noch nicht, ob sie wirklich in elterlichen Betrieb gehen will.

In den vergangenen 25 Jahren wurde Blumenthal von einer Geschäftspartnerschaft 1994 zu einer Übernahme im Jahr 2000. Der Name blieb. Dann bauten die neuen Eigner Büros, das Atelier und den Raum für Hydrokulturen. Schweine haben sie schon lange keine mehr. „Aber wir machen Silage“, sagt Josette Didier-Blumenthal und deutet auf den grünen Claas-Traktor. Das ist Gärfutter.

Blumenthal ist keine Blumenhandlung, in der Sträuße oder Balkonpflanzen an Laufkundschaft verkauft werden; es ist eine Gärtnerei, deren Arbeiten schon viele Luxemburger gesehen haben, ohne davon zu wissen. „Wir arbeiten für das Lycée Technique in Junglinster, pflanzen auf Esch-Belval rund um die Universität Büsche und Bäume und bepflanzen auch das neue Unternehmensgelände von KPMG auf Kirchberg“, berichtet die Unternehmerin. Blumenthal fällt Bäume, gestaltet Eingänge und mäht Rasen. Die Pflanzen im Innenbereich der neuen Raiffeisen-Zentrale gehören ebenso dazu wie die zweiwöchentliche Pflanzenpflege für andere Banken.

Die Aufträge kommen meist über Ausschreibungen. „Wir beschäftigen selbst zwei Landschaftsarchitekten. Aber bei einer Ausschreibung gibt meist der Kunde oder dessen Architekt genau vor, was gepflanzt werden soll“, erklärt Josette Didier-Arendt. Es sei nicht einfach. Die Kunden schauten genau hin. „Und vor allem aus Deutschland gibt es immer mehr Konkurrenz.“

Blumenthal gehört zu den vielen kleinen und mittleren Unternehmen, die die Wirtschaft in Luxemburg ausmachen. Wenn Josette Didier-Arendt ihren Raum mit Hydropflanzen zeigt, wird der Stolz auf die Arbeit klar. Aber es ist hart. „Meine Stunden zähle ich nicht“, sagt die 58-Jährige. „Die Arbeit macht ja auch Spaß.“

Neue Kunden kommen über Empfehlungen oder auch mal über die im Januar auf Kirchberg stattfindende Messe „Jardirêve“. Die Pflanzen hat Blumenthal nicht vorrätig, sondern kauft sie über Händler in den Niederlanden und Belgien. Im Winter wird es ruhiger. „Dann erledigen wir alles, was liegen geblieben ist“, sagt die Chefin. Sie selbst hat auch eine Lieblingspflanze: Der so genannte „Flaschenbaum“ oder „Elefantenfuß“ steht bei ihr zu Hause. „Ich kann mir ja auch schlecht eine Eiche ins Büro stellen“, flachst sie. Zu Recht: Ihr Büro ist nicht übertrieben groß. Hier erledigt die Chefin die Buchhaltung, kontrolliert Aufträge und schließt Verträge für Hydropflanzen ab. Ihr Mann teilt morgens die Teams und ihre Arbeit ein.

Schwierig, Landsleute zu finden

Für Blumenthal arbeiten Franzosen, Portugiesen und Deutsche. „Wir haben einen Luxemburger“, erzählt Josette Didier-Arendt. „Alle anderen, die bei uns gelernt haben, gehen zur Gemeinde oder zum Staat. Das passiert immer wieder.“ Schade findet sie das. Aber mit den Löhnen und Arbeitsbedingungen kann ein kleiner Betrieb nicht mithalten. „Überhaupt: Es sind immer die gleichen, die Überstunden machen“, hat die Unternehmerin über die Jahre beobachtet. Sie selbst schreibt sich keine auf. Über die Idee muss sie lachen.

Dann kommt ihr Mann mit Arbeitern von einem Kunden zurück. Er strahlt seine Frau an und will nicht fotografiert werden. „Meine Frau sieht besser aus!“ - Die Mitarbeiter lächeln, die Stimmung ist gut. Und dann geht es zurück zur Arbeit.