LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Griechische Köstlichkeiten aus Luxemburger Hand

Peimann Parvanehs Gesicht ist den Besuchern der luxemburgischen Wochenmärkte bestens bekannt. Das Unternehmen Parvaneh & Söhne hat aber mittlerweile nicht nur einen festen Platz auf dem Marktgelände, sondern etabliert sich weiter in der luxemburgischen Geschäftswelt. Peimann Parvaneh erzählt, wie er es vom Holzstand zum Feinkost-Unternehmer schaffte.

Wie kam Parvaneh & Söhne zu Stande?

Peimann Parvaneh Vor fast 30 Jahren hatte meine Mutter als gebürtige Griechin die Idee, mit Spezialitäten ihres Heimatlandes auf den Markt zu gehen. Kurz darauf hat mein Vater, ein Perser, das Unternehmen gegründet. Damals lebten wir noch in Stuttgart. Anfangs gab es nur sehr wenige Produkte. Die Vielfalt hat sich dann mit der Zeit entwickelt. Aus dem kleinen Holzstand wurde dann bald ein Anhänger, mit dem man auch mehr Märkte anfahren konnte. Als Sohnemann war ich natürlich ständig dabei. Nach einer kleinen Auszeit, bei der ich als Direktor von großen Supermärkten tätig war, bin ich mit einem deutlichen Mehr an Backgroundwissen über die Geschäftswelt wieder in unser Familienunternehmen eingestiegen. Zu Beginn bin ich nur zwei Luxemburger Märkte angefahren. Ich habe aber bald festgestellt, dass die Marktsituation hier sehr ausbaufähig ist. So habe ich mich dann mit meiner Familie dazu entschieden, hier hinzuziehen. Auf einmal hat sich dann alles sehr schnell entwickelt. Ich konnte neue Ideen realisieren und war bald nicht nur auf Märkten, sondern auch in der Belle Etoile während der „Mediterranen Wochen“ vertreten.

Wie groß ist Ihr Unternehmen jetzt?

Parnaveh Mittlerweile habe ich schon fünf Mitarbeiter. Ab März wird es auch einen Laden in Echternach geben. Momentan verfügen wir auch über einen Online-Shop und sind Partner von Luxcaddy, der Metzgerei Wietor und von Massen. Seit kurzem beliefern wir auch die Provençale und sind somit mit unseren Produkten auch bei Cactus vertreten. Natürlich sind wir auch weiterhin auf den Luxemburger Wochenmärkten und Braderien zu finden.

Welches sind die täglichen Arbeitsvorgänge?

Parnaveh Nachdem wir auf dem Markt waren, gilt es wieder alles aufzuräumen und herzurichten für den nächsten Tag. Das Tolle ist, dass Du stets direkt am Kunden arbeitest und nie stehende Ware hast, weil immer alles frisch zubereitet wird. Parallel erledige ich dann noch den Papierkram.

Wie sieht das derzeitige Angebot aus?

Parnaveh Momentan haben wir 16 verschiedene Trockenfrüchte im Sortiment, dazu zahlreiche Sorten Oliven, natürlich frisch und selbst präpariert. Wir bieten auch von uns veredelte Antipasti an, sowie Tapenaden - mit dem ‚Made in Luxembourg‘ Siegel übrigens - Frischkäse und Fetaspezialitäten. Mittlerweile haben wir eine Vielfalt an Sorten, fast 80 Artikel. Das kennt man sogar in Griechenland noch gar nicht!

Woher stammen die Produkte?

Parnaveh Ich importiere aus Griechenland, Spanien und Italien. Der Frischkäse kommt allerdings aus dem Allgäu, das ist einfach ein unsagbar toller Käse. Die Zubereitung erfolgt dann natürlich durch uns.

Worauf kommt es bei Parvaneh & Söhne an?

Parnaveh Am Wichtigsten ist mir, dass die Leute erst mal probieren können, was sie da kaufen. Ich muss aber auch zu 100 Prozent hinter meinen Produkten stehen können - ich will wissen, was ich in den Händen halte und weiterverkaufe.

Wie sieht es mit der Konkurrenz aus?

Parnaveh Ja, darüber bin ich immer froh. Nur dank der Mitbewerber schläft man nicht ein. Es gibt auch einen Verkäufer aus Deutschland, aber der fährt nur zwei Märkte hier an. Dann gibt es noch jemanden, der hellenische Produkte vertreibt, Olivenöl und ähnliches. Ich sehe die aber eher als Wegbegleiter an, jeder macht sein Ding. In den hiesigen Supermärkten gibt es halt noch andere ausländische Marken. Mein Ziel ist es, den Leuten auch dort zeigen zu können was für hochwertige, per Hand hier verarbeitete Produkte ich ihnen anbieten kann.

Wie sehen Ihre weiteren Pläne für die Zukunft aus?

Parnaveh Erstmal will ich hier natürlich den Markt festigen und sichern. Das Unternehmen soll gesund und sicher wachsen. Leider sehe ich oft, dass Firmen in rasendem Tempo Filialen eröffnen, die sie dann nach kurzer Zeit wieder schließen müssen. Nach wie vor will ich weiter in Werbung investieren, die ist nämlich wahnsinnig wichtig. In einigen Einkaufszentren würde ich gerne noch weitere kleine Boutiquen aufmachen. Wenn ich das alles geschafft habe, dann bin ich angekommen. Aber das sind alles noch gewaltige Bewegungen, die Jahre brauchen werden. Fangen wir mal langsam an und dann sehen wir, wie sich alles weiterentwickelt.

www.oliven.lu