LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Auf Tuchfühlung mit Luxemburgs einzigem Ultimate-Team

Das ist ein international gültiger Ausweis“, lacht Thierry Fulconis, der Präsident von Ultimate deLux und hebt die weiße Plastikscheibe hoch. 175 Gramm wiegt das runde Stück Plastik, das beim Ultimate zum Einsatz kommt, einer Frisbee-Mannschaftssportart, die bislang in Luxemburg nur von einem Team praktiziert wird, weltweit aber Millionen begeistert.

Das Spielprinzip ist einfach: Zwei Teams von jeweils sieben Mitgliedern positionieren sich auf einem Spielfeld, das der Länge und der halben Breite eines Fußballfelds entspricht. An beiden Enden gibt es eine Schlusszone. Die Mannschaft punktet, wenn es ihr gelingt, die Scheibe in die gegnerische Endzone zu bringen und dort zu fangen. Die Angreifer versuchen also, den Frisbee an den Verteidigern vorbei durch Zupassen über die Distanz zu bringen. Wobei der Spieler, der den Flugdeckel gerade hat, nicht damit weiterlaufen darf: Er hat maximal zehn Sekunden, um ihn an einen Teamkollegen abzugeben. Das kann ganz schön rasant werden. Deshalb fordert dieser Sport neben einer guten Wurftechnik viel Kondition, Sprintstärke und natürlich auch taktisches Denken.

Der „Spirit of the Game“: Absolute Fairness

Das ganze erinnert ein wenig an Rugby oder American Football, kombiniert mit zum Beispiel aus dem Basketball bekannten Regeln. Aber Achtung: Beim Ultimate ist jeglicher Körperkontakt verboten. Natürlich kommt es bei diesem schnellen und laufintensiven Sport immer mal zu Remplern. Besonders beim „Foul“-Spiel kommt dann das zum Vorschein, was diesen Sport einzigartig macht: Der „Spirit of the Game“, die exemplarische Fairness. Ruft ein Spieler „Foul“, müssen alle sofort an ihrer Position stehen bleiben. Der Spieler, der das Foul begangen hat, erkennt es entweder an - der Gefoulte behält die Scheibe - oder nicht - in diesem Fall geht sie an den Spieler zurück der den Disc gerade geworfen hat und das Match geht von dort aus weiter. Im Klartext: Ehrlichkeit ist Trumpf, ein Schiedsrichter daher
überflüssig.

Es ist auch dieser Sportgeist, der für alle Frisbee-Sportarten gilt, der sie für viele attraktiv macht. Wobei der „Spirit“ weit über das Spielfeld und das Match hinaus reicht: Spaß und Gemeinschaft stehen im Vordergrund. Wobei wir wieder bei Fulconis‘ Bild des internationalen Ausweises wären: Trifft ein Luxemburger Frisbee-Athlet irgendwo auf der Welt auf einen Kollegen, weiß der sofort, dass der Besucher die „Spirit“-Einstellung teilt. Was natürlich sofort Türen weit öffnet. Einen gewissen Bekanntheitsgrad weit über die Grenzen hinaus hat das Ultimate deLux-Team ohnehin, das jedes Jahr zwischen drei und sechs Turniere spielt. Und zwar vor allem durch seine internationale Zusammensetzung, ein Abbild der multikulturellen und mehrsprachigen Luxemburger Gesellschaft.

Spaß und Fitness im Vordergrund

Es waren auch ein paar Leute, die Ultimate bereits im Ausland kennen und spielen gelernt hatten und berufsbedingt nach Luxemburg zogen, die sich 2006 zusammentaten, um die Luxembourg Flying Disc Federation zu gründen. Spaß, Fitness und der „Spirit of the Game“ stehen nach wie vor ganz oben bei Ultimate deLux, die sowohl Anfängern als auch erfahrenen Spielern aller Altersklassen und Geschlechter offen steht.

Neugierig geworden? Dann schaut beim Training vorbei. Im Prinzip donnerstags von 18.30 bis 20.30 und sonntags von 10.30 bis 13.00, derzeit auf dem Sportfeld beim „Lycée Michel Lucius“ in Luxemburg-Limpertsberg. Alle Infos auf der neuen Webseite ultimatedelux.org oder auf Facebook.