LUXEMBURG
LUC LAUER

Vor zweieinhalb Jahren gründete Luc Lauer die Vereinigung „Stroossenenglen“, die Bedürftigen nicht nur mit Lebensmitteln und Alltagsgegenständen zur Seite steht, sondern auch berät und weiter hilft, damit sie aus ihrer Lage heraus finden. Wie das abläuft, erklärt Luc Lauer hier.

„Ich war schon immer einer, der gerne anpackt, um anderen zu helfen. Auch meine Adoptiveltern hatten diese soziale Ader. Und auch mir haben sie das was ich ,Mutter Theresa-Syndrom‘ nenne, anerzogen. Das führte mich zum Engagement in einer Reihe von Hilfsorganisationen. Angesichts der Misere mit der ich bei meinen Einsätzen konfrontiert war, kam ich zur Überzeugung, dass es noch mehr Hilfsvereinigungen geben muss. Vor zweieinhalb Jahren startete ich deshalb die ,Stroossenenglen‘.   
Heute sind bei uns zwölf bis 15 Leute regelmäßig ehrenamtlich engagiert, weitere helfen hin und wieder aus. Wir sind jeden Tag unterwegs, um Brot zu verteilen, dass drei Bäckereien uns stiften. Wir stellen darüber hinaus so genannte ,Food Boxes‘ zur Verfügung, dessen Inhalt wir über die ,Banque Alimentaire‘ mit Unterstützung des Lions Club Doyen aus der Hauptstadt bekommen.

Darin sind Grundnahrungsmittel und manchmal das eine oder andere Extra enthalten. Des weiteren helfen wir Familien etwa an Möbel oder Kleidung zu kommen indem wir Aufrufe in den sozialen Medien starten.

Insgesamt halten wir so zusätzlich zur Hilfe für Obdachlose Kontakt zu rund 380 Familien im ganzen Land. Eine Zahl, die leider steigt, denn die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander und die Covid-19- Pandemie trägt dazu bei. Wenn Menschen dadurch in Kurzarbeit geraten und vielleicht monatelang nur einen Teil ihres normalen Gehalts verdienen, die Kosten für Miete, Kinder und andere Ausgaben aber weiter laufen, dann wird es bei manchen am Monatsende sehr, sehr eng. Dann ist eine ,Foodbox‘ besonders willkommen.

Eng wird es auch bei vielen älteren Personen, die lediglich eine Mindestrente erhalten. Auch mit solchen Mitmenschen stehen wir in Kontakt. Wobei wir unsere Rolle nicht nur als Organisator von Lebensmitteln und Alltagsgegenständen sehen, sondern auch als Vermittler zwischen Betroffenen und Sozialdiensten. Viele wissen nicht, wie sie an diese Dienste kommen. Und manchen muss man auch gut zureden, damit sie einen ersten Schritt tun, um aus ihrer Lage rauszukommen.

A propos reden: Im Umgang mit Bedürftigen merken wir jedes Mal, wie wichtig es ist, ein offenes Ohr zu haben und sich die Zeit zu nehmen, ihre Geschichten, ihre Bedürfnisse und Wünsche anzuhören. Das ist für sie eine Entlastung und für uns die Grundlage, um herauszufinden, wie wir ihnen weiter helfen können.

Wir ,Stroossenenglen‘ sind jedenfalls mit Herz und Seele bei unserer Hilfsarbeit dabei und würden uns freuen, wenn noch ein paar Ehrenamtliche mehr zu uns stoßen würden und wir noch etwas mehr Spenden bekommen könnten.“

Mehr: www.stroossenenglen.lu
oder Telefon:  691 30 80 00