„Selbst bespitzelt - und dafür auch noch verantwortlich“, analysiert die „Stuttgarter Zeitung“ den SREL-Skandal im Ländchen, von dem bislang kaum jemand vermutete, dass es überhaupt über einen Spitzeldienst verfügt.

„Für den Regierungschef könnte sich nun die absurde Situation ergeben, dass er, obgleich selbst Opfer von Lauschangriffen des Geheimdienstes, für die Rechtsverstöße des SRE geradestehen muss“. „Die kommenden sechs Tage dürften zu den wichtigsten im politischen Leben des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker zählen. Sie werden darüber entscheiden, ob der dienstälteste Premier der EU seine im kommenden Jahr regulär endende Regierungszeit in Würde zu Ende bringen kann - oder schon bald seinen Rücktritt erklären muss.“ Das wird er spätestens kommende Woche auch tun. Eine Ära geht zu Ende. Eine Karriere aber kaum. Die „Stuttgarter Zeitung“ ist zuversichtlich: „Für Juncker, bis 2013 international geschätzter Chef der Eurogruppe, würde dies aber wohl kaum das Ende seiner politischen Karriere bedeuten. Gilt er doch, Schlapphut-Affäre hin oder her, als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Kommissionspräsidenten nach der Europawahl 2014.“