LUXEMBURG
CATHERINE NOYER

Eine Katzenausstellung ist ein Wettkampf der Katzenzüchter, um dem Rassestandard am nächsten zu kommen

Die Heilige Birma „Iris Magic Blue du Temple de Lugh“ von Dulce Cerdeira aus Luxemburg Foto: Lux-Cat-Club - Lëtzebuerger Journal
Die Heilige Birma „Iris Magic Blue du Temple de Lugh“ von Dulce Cerdeira aus Luxemburg Foto: Lux-Cat-Club

Seit über hundert Jahren werden Katzenausstellungen organisiert. Die erste offizielle „Cat-Show“ fand 1871 im Londoner „Crystal Palace“ statt. Organisiert hatte sie der Künstler, Schriftsteller und Katzenliebhaber Harrison William Weir, der ebenfalls als Begründer der modernen Katzenzucht gilt. Er teilte die Katzen in verschiedene Klassen je nach Felllänge, Farbe und Statur ein und fixierte so die ersten Rassestandards.

Damit war der Grundstein gelegt für Standards, die in erweiterter Form noch heute ihre Gültigkeit haben. Derzeit gibt es zahlreiche nationale Verbände, wie der „Lux-Cat-Club“ im Großherzogtum, die der Dachorganisation „Fédération Internationale Féline“ (FiFe) angehören. Die 1949 als Verband der französischen, belgischen und italienischen Rassenzüchterverbände gegründete FiFe, gibt die Rassestandards vor. Hier sind bestimmte Merkmale festgelegt, wie beispielsweise Körperbau, Kopfform, Felldichte, Farbe, Schwanz- und Beinlänge.

Dass Rassekatzen nach dem Standard ihrer jeweiligen Rasse gezüchtet sind, wird durch den Stammbaum belegt, der von einem Zuchtverein ausgestellt wird. Sie werden über zahlreiche Generationen rein gezüchtet und weder mit anderen Rassen, noch nicht reinrassigen Katzen gekreuzt.

Hohe Bewertung bedeutet hohen Zuchtwert

Eine Ausstellung dient zur Bewertung der Katze nach ihrem Rassestandard. Man unterscheidet hier zwischen den drei Kategorien Kurzhaar-, Halblanghaar- und Langhaarkatzen. Die Bewertung erfolgt durch extra dafür qualifizierte Richter nach einem Punktesystem und verschiedenen Titeln, die es zu erringen gilt. Je größer die Punktzahl und der Titel, desto eher entspricht die Katze dem im Rassestandard vorgegebenen Idealbild.

Für den Züchter bedeutet eine hohe Bewertung einen hohen Zuchtwert der Katze, vor allem wenn sie als Champion in einer Kategorie ausgezeichnet wird. Die höchsten Auszeichnungen, die auf FiFe-Ausstellungen errungen werden können, sind „Best in Show“ und „Best of Best“.

Die Teilnahme der Züchter an einer Ausstellung ist folglich ein Wettkampf, bei dem die Katzen der jeweiligen Rasse mehreren Richtern vorgestellt werden, von denen jeweils einer auf die Rasse spezialisiert sein muss. Jeder Richter darf eine Katze für die „Best in Show“ nominieren. Die Katze mit den meisten Nominierungen erringt dann pro Kategorie den begehrten Titel und tritt anschließend erneut für die Auszeichnung als Ausstellungssieger „Best of Best“ an.

Bereits im 19. Jahrhundert züchtete man Perserkatzen wie die Gravur von W.H. Freeman zeigt Foto: C. Noyer - Lëtzebuerger Journal
Bereits im 19. Jahrhundert züchtete man Perserkatzen wie die Gravur von W.H. Freeman zeigt Foto: C. Noyer