LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

„Milchtisch“ in Luxemburg - Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister am nächsten Montag

Während draußen vor dem Agrarministerium, wo sich dutzende von verzweifelten Landwirten mit ihren Traktoren zu einer Protestkundgebung eingefunden hatten, ununterbrochen gehupt wurde, um solcherart in erster Linie auf den Verfall der Milchpreise aufmerksam zu machen, empfing Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) im Innern des Ministeriums die Vertreter der Bauernverbände, um mit diesen nach einem Ausweg aus der momentanen Krise in der Landwirtschaft zu suchen.

Wie der Minister und die Bauernvertreter im Anschluss an die zweistündigen Beratungen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen, seien die Gespräche konstruktiv und aufschlussreich gewesen und würden eine gute Grundlage für das am nächsten Montag in Brüssel unter luxemburgischem EU-Ratsvorsitz stattfindenden Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister darstellen. Am darauffolgenden Montag, den 14. September findet dan in Luxemburg ein weiteres Treffen der europäischen Agrarminister statt.

Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten

Beim Sondertreffen geht es darum, einen Konsens zwischen den EU-Mitgliedstaaten auszuarbeiten, was allerdings nicht so einfach werden dürfte, da sich unter anderem Deutschland und Frankreich in Bezug auf die Maßnahmen gegen den Milchpreisverfall uneins sind. So strebt Frankreich kurzfristig eine Intervention am Markt an, derweil Deutschland dagegen ist.

Fernand Etgen pocht in diesem Zusammenhang auf die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten sowie den Produzenten nötig sei, damit gemeinsame mittel- und langfristige Lösungen gefunden werden, um die Märkte zu stabilisieren.

Auch versprach er, dass Luxemburg in seiner Rolle als EU-Ratsvorsitz alles daran setzen würde, schnellstmögliche Lösungen für die momentane Krise herbeizuführen.

Luxemburgische Bauern:Weiteres Treffen am 21. September

Was nun die spezifische Situation in Luxemburg anbelangt, so findet am 21. September ein neues Treffen zwischen dem Landwirtschaftsminister und den Bauernverbänden statt, bei dem Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen. Unter anderem soll es hier um die schnellere Auszahlung der Beihilfen gehen, da sich momentan zahlreiche Betriebe in Liquiditätsschwierigkeiten befinden würden. Die Bauern würden jedenfalls nicht im Regen stehen gelassen, versprach der Minister, der daran erinnerte, dass es den Landwirten jedoch nicht unbedingt um mehr Subsidien gehe, sondern um einen fairen und kostendeckenden Preis für ihre Produkte. Um dies zu ermöglichen, müsste sich aber vielleicht auch das Kaufverhalten der Konsumenten ändern. Der Minister appelliert in diesem Zusammenhang an die Bevölkerung, vermehrt auf regional erzeugte Produkte zurückzugreifen, um so eine bestmögliche Unterstützung der einheimischen Landwirtschaft zu garantieren.

Die Bauernvertreter sprechen ihrerseits von einer „absolut dramatischen Situation“ (dixit Fredy de Martines, „Lëtzebuerger Mëllechbaueren“). Wie Camille Schroeder von der „Bauerenallianz“ unterstrich, seien den Bauern wegen des Milchpreisverfalls seit Anfang des Jahres bereits Einnahmen in Höhe von 20 Millionen Euro entgangen; bis Ende des Jahres könnte dieser Betrag 30 Millionen Euro erreichen.

Nach dem 21. September dürfte jedenfalls gewusst sein, wie das Maßnahmenbündel für die luxemburgischen Bauern aussieht...