LUXEMBURG
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Mit Masken und Distanzmessern: Die Rückkehr in die Grundschule gestern war eine ziemlich außergewöhnliche Erfahrung

Es war schon eine sonderbare Atmosphäre gestern Morgen kurz vor 8.00 vor der Garer Grundschule in der Rue de Commerce im Bahnhofsviertel, eine von 19 in der Hauptstadt, wo es wieder hieß: zurück zur Schulbank nach fast zehn Wochen „Homeschooling“ infolge der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen. Bei „Rentrées“ gibt es eigentlich immer eine spezielle Geräuschkulisse: Eltern diskutieren, Kinder lachen und tollen herum. Nicht an diesem Morgen. Zwar waren ab und an freudige Begrüßungen zu hören, die Plaudereien hielten sich aber in Grenzen, nicht zuletzt wegen der Atemschutzmasken, die auch eine Konversationsbarriere sind.

Eltern und Kinder waren vielmehr damit beschäftigt, auf Distanz zu den anderen zu bleiben und an ihren Masken zu nesteln, ohne die bunten „Spots“ aus dem Blick zu verlieren, die auf den Gehsteig eingezeichnet sind, um den Leuten zu helfen, Abstand zu halten. Punkt 8.00 war dann Zeit, die Schüler in ihre Klassen zu lassen. Die sind mit Farbcodes markiert, für die Kleinsten kommen noch bunte Tiere hinzu. Manche wirken unsicher und aufgeregt, schließlich ist es ein großer Tag nach einer langen Phase zuhause, wobei die Maskenpflicht es ihnen nicht immer einfach macht, das für sie zuständige Personal auf den ersten Blick zu identifizieren. Um die Kommunikation zu erleichtern tragen deshalb manche Schulmitarbeiter transparente Schutzvisiere statt Masken. Insgesamt freuten sich die Kinder aber darauf, endlich einen Teil ihrer Kameraden und die Lehrer wiederzusehen. Auch wenn alles streng geregelt und kein physischer Kontakt erlaubt ist - außer bei den Kleinen des Zyklus 1 unter sechs Jahren, die auch keine Masken tragen müssen.

Alles scheint ziemlich reibungslos abgelaufen zu sein, Probleme wurden uns keine gemeldet. Die nächste Herausforderung wartet indes bereits am Mittwoch. Denn dann kehren nämlich die Kinder der B-Gruppe zurück. Die Schulen funktionieren ja nach dem „Rotationsprinzip“, das heißt die Schüler der Klassen - die in zwei Gruppen à jeweils maximal zehn eingeteilt sind - besuchen abwechselnd die Klassen.

Während die eine Gruppe während einer Woche den Unterricht in der Schule genießt - von 8.00 bis 13.00, an den Nachmittagen und Schultagen ohne Kurse können die Kinder auf Wunsch der Eltern betreut werden -, wird die darauf folgende Woche dazu genutzt, den Stoff zu wiederholen und das Gelernte zu festigen, entweder in einer Betreuungseinrichtung unter Beaufsichtigung - fakultativ und gratis - oder aber zuhause. Diese Woche vor den Pfingstferien ist allerdings ganz außergewöhnlich, denn die Kinder der Gruppe A besuchen die Schule am 25. und 26. Mai, die Kinder der Gruppe B am 27., 28. und 29. Mai. Auch „Maisons Relais“, Kindertagesstätten und Tageseltern nahmen gestern ihre Aktivitäten wieder auf, wobei die gleichen Schutzmaßnahmen wie in den Grundschulen gelten. Wobei natürlich keine Maskenpflicht für Kinder unter zwei Jahren besteht und Gruppen von maximal fünf Kindern gebildet wurden, die bestenfalls immer vom gleichen Erzieher betreut werden.

Mehr Informationen zu den Sicherheitsbestimmungen in Schulen und Betreuungseinrichtungen gibt es hier: tinyurl.com/RentreeSchule