LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Der Geschäftsverband der Hauptstadt (UCVL) hofft auf einen Erfolg der etwas anderen Braderie 2020

Am Montag ist es so weit, das besondere Jahr 2020 wird eine besondere Hauptstadt-Braderie 2020 erleben. Schon vor ein paar Wochen hatte der Schöffenrat von Luxemburg-Stadt umfangreich über die Besonderheiten der Covid-19-Braderie informiert. Gestern zog der Geschäftsverband der Hauptstadt (UVCL) bei einer Pressekonferenz im Hotel Royal nach. Absichten und Fakten rund um die Braderie sind natürlich die gleichen.

Auch beim Geschäftsverband sprach man, ähnlich wie Bürgermeisterin Polfer zwei Wochen zuvor, von einer „speziellen Braderie in einem speziellen Jahr“. Natürlich war auch die Trambahnbaustelle im Bahnhofsviertel ein Thema, allerdings meinte Guill Kaempff (UCVL), dass für die Laden- und Restaurantinhaber entlang der Baustelle bereits „das Licht am Ende des Tunnels“ sichtbar ist. Schließlich soll die Trambahn im Dezember rollen.

Der Verband dankte ausdrücklich der Stadt, dass sie die 91. Braderie im Jahr 2020 überhaupt möglich gemacht hat.

Braderie und Corona-Abwehr

Es geht bei einer Braderie in erster Linie darum, dass der Handel seine vollen Lager leeren will – durch deutliche Preissenkungen zugunsten der Verbraucher. Nur war das bisher immer mit einer Ballung von vielen Menschen an einem Platz verbunden – aktuell eher kontraproduktiv. Daher dürfen nur städtische Kaufleute an der Braderie teilnehmen, auswärtige Marktleute und fliegende Händler, die sonst eine Ergänzung der Braderie waren, sind in diesem Jahr nicht zugelassen. Womit sich die Zahl der Verkaufsstände um etwa die Hälfte reduziert. Laut Geschäftsverband sind aber immerhin 217 Stände angemeldet.

Die „Thüringer“ gehört auch zu den traditionellen Braderie-Attraktionen, aber sie wird es in diesem Jahr nicht geben - zumindest nicht in den engen Straßen. Grill- und Foodstände werden in der Oberstadt auf dem Knuedler und im Bahnhofsviertel auf der rue Origer konzentriert werden.

Schon länger ist bekannt, dass 2020 Vereine, caritative Organisationen und Parteien, die sonst mit ihren Ständen das gesellschaftliche Miteinander gefördert haben, bei dieser Braderie nicht dabei sein dürfen. Die „Coupe“ ist in diesem Jahr sowieso gestrichen. Alkohol im Freien beziehungsweise Alkoholkonsum im Stehen sind entsprechend den Corona-Regeln während der Braderie verboten. Andererseits können 140 eingesessene Cafés und Restaurants ihre Terrassenfläche vergrößern. in der Straßburger Straße und in der rue de Fossé sogar über die ganze Straßenbreite.

Sperrungen

Die besondere Situation rund um die Trambahnbaustelle sorgt dafür, dass die obere Avenue de la Liberté komplett gesperrt wird, um den Geschäftsleuten zu ermöglichen - wie bei der Braderie üblich -  Waren vor dem Geschäft anzubieten. In diesem Fall also auf der verbliebenen Fahrbahn neben der Baustelle. Aus logistischen Gründen muss der Busverkehr in der Avenue de la Gare weiterlaufen, was aber nicht weiter stört, da dort die Bürgersteige für Verkaufsstände breit genug sind.

Es geht schon am Wochenende los

Der Geschäftsverband UCVL machte noch einmal darauf aufmerksam, dass die Geschäfte bereits am Wochenende vor der Braderie Verkaufsregale  vor die Tür ihres Ladens stellen dürfen, um den Verkauf der Lagerware anzuregen.

Die eigentliche Braderie findet dann am Montag, 31. August, von 9.00 bis 19.00 statt.

Maskenpflicht

Gestern erinnerten sowohl die Stadtschöffen Serge Wilmes und Patrick Goldschmidt, als auch der UCVL-Vorstand daran, dass das Maskentragen während der Braderie Pflicht ist. Nicht nur wie üblich in den Geschäften, sondern auch auf der Straße.  Schon bei einer halbwegs gut besuchten Braderie kann der  Sicherheitsabstand von zwei Metern von Mensch zu Mensch nicht mehr eingehalten werden. In den letzten Jahren lag die Zahl der Braderie-Besucher ungefähr bei 120.000. „Wie viele in diesem Jahr kommen, steht in den Sternen“ meinte Guill Kaempff.

Schon gleich zu Beginn seines Redebeitrags hatte Serge Wilmes kategorisch festgestellt, dass sich die Stadt buchstabengetreu an die Corona-Vorgaben der Regierung halten wird.

Mehr als eine Million Euro für Einkaufsbons

Serge Wilmes sprach in diesem Zusammenhang von einer „neu definierten Normalität“, in der Stadt und Geschäftswelt einen Spagat vollziehen müssten. Die Stadt wolle grundsätzlich dem Handel helfen. Ein Beispiel dafür sei der Ankauf von Einkaufsbons im Gesamtwert von 1.086.000 Euro durch die Stadt bei über 1.000 Geschäften und Restaurants gewesen. Von den rund 21.000 Bons im Wert von 50 Euro wurden 5.000 über Sozialämter und ähnliche Einrichtungen verteilt. Etwa 16.000 Bons werden unter den Bürgern verlost.

Außerdem kann jedes hauptstädtische Geschäft einen einmaligen Lockdown-Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro aus der Stadtkasse erhalten.

Gratis Parken

Mobilitätsschöffe Goldschmidt bat die Besucher eindringlich darum, nicht mit dem Auto direkt ins Stadtzentrum zu fahren. Er verwies auf zahlreiche P+R-Möglichkeiten und etliche Parkhäuser, die am Montag gratis genutzt werden können. Abschließend stellte Goldschmidt mit Blick auf die Braderie 2020 fest: „Es gibt kein Argument (am Montag) nicht in die Stadt zu kommen!“