LUXEMBURGANNETTE DUSCHINGER

Wahlzettel zur Landwirtschaftskammer ausgezählt - Absolute Mehrheit für „Bauerenzentral“

Davon konnte man bei den Sozialwahlen nur träumen: Beteiligte sich hier nur jeder Dritte daran, die 60 Mitglieder der Arbeitnehmerkammer zu bestimmen, waren es bei den Wahlen zur Landwirtschaftskammer drei von vier. Allerdings lag die Wahlbeteiligung bei den letzten Wahlen im Jahr 2003 noch bei 88,28 Prozent. Dieser doch recht starke Rückgang wird im Sektor damit erklärt, dass mehr Ruhe eingekehrt ist, der „Bauernstreit“ sich gelegt hat und weniger brisante Themen anstanden.

Vor fünf Jahren verzichtete man übrigens auf Wahlen, weil man sich innerhalb der Kammer gut verstand und das Resultat von 2003 weiterhin respektieren wollte. Dieses Jahr sollte die Kammer aber dann erneuert werden, nicht zuletzt, um auch neuen und jungen Kandidaten eine Chance zu geben.

Wahlbeteiligung war wesentlich geringer

Die Plenarversammlung, die aus 19 Mitgliedern besteht, stellt das souveräne Organ der Landwirtschaftskammer dar: Es sind dies 15 Landwirte, ein Gärtner sowie drei Winzer. 5.331 wahlberechtigte Landwirte waren dieses Jahr aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Von den 4.022 zurückgesendeten Wahlzetteln wurden insgesamt 3.892 gültige, 79 ungültige und 51 weiße Stimmzettel verzeichnet. Insgesamt wurden 45.480 Listenstimmen verteilt auf 1.516 Wahlzetteln und 56.524 persönliche Stimmen auf 2.376 Wahlzetteln abgegeben.

Angetreten für die Landwirte waren drei Listen. Für die Sitzverteilung ergeben sich bei den Bauern acht Sitze für die „Bauerenzentral“, vier Sitze für die „Baueren-Allianz“ und drei Sitze für den „F.L.B. Fraie Lëtzebuerger Bauer“. Damit erreichen die Vertreter der Bauernzentrale im Vergleich zu den letzten Wahlen eine absolute Mehrheit bei den Landwirten. Sie gewannen genau wie die Bauern-Allianz einen Sitz dazu - zwei Sitze, die der F.L.B verloren hatte. Mit einer gewissen Spannung wird nun abgewartet, wie die Bauernzentrale mit ihrem neuen starken Gewicht umgehen wird.