LUXEMBURG
KIMON LENERS

Vor rund einem halben Jahr hat eine Delegation der nationalen Schülerkonferenz CNEL der Regierung einen Synthesebericht von vier ClimateXchange-Konferenzen, an denen rund 500 Schüler teilnahmen, überreicht. Darin finden sich viele Vorschläge und Anregungen zum Thema Nachhaltigkeit. Seitdem gab es zwei Treffen mit Regierungsvertretern sowie eine schriftliche Stellungnahme. Auf viele Fragen habe die CNEL aber immer noch kaum Antworten, sagt Kimon Leners, der ebenfalls andere Schwerpunktthemen der Konferenz thematisiert.

„Seit der Überreichung des ClimateXchange-Berichts hatten wir zwei Treffen mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsministerin Carole Dieschbourg, haben eine schriftliche Stellungnahme der Regierung erhalten - und doch bleibt vieles unklar. Antworten hoffen wir beim nächsten, vor Ostern geplanten Treffen mit mehreren Ministern zu erhalten.

Für uns als CNEL ist es wichtig, dass die Herausforderungen des Klimawandels und eine nachhaltigere Lebensweise viel stärker in der Schule vermittelt werden, anstelle dass diese Themen oft nur angeschnitten werden. Auch die Schulen sollen mit gutem Beispiel vorangehen, indem beispielsweise in Kantinen mehr Wert auf regionale, saisonale und Fairtrade-Produkte gelegt wird oder die Schulgebäude Energie aus erneuerbaren Quellen nutzen, wenn sie nicht gar selber ihren Energiebedarf abdecken und dabei auf fossile Energieträger verzichten. Auch der Staat muss eine Vorbildfunktion erfüllen, was etwa den Papierverbrauch angeht, die Nutzung von Öko-Strom oder auch über eine stärkere Nutzung von Regenwasser nachdenken.

Ein anderes Thema, das uns als Schülerkonferenz beschäftigt, ist der Schüler- wie auch der öffentliche Transport insgesamt. Der Anfahrtsweg zur Schule ist für viele Schüler sehr lang und von Staus geprägt. Vom Ösling in die Hauptstadt brauchen manche Schüler bis zu zwei Stunden. Schwierigkeiten gibt es auch, Anbindungen zu finden, insbesondere dann, wenn man aus unterschiedlichen Gründen, beispielsweise für mündliche Prüfungen, länger in der Schule bleiben muss. Die Koordinierung des öffentlichen Transports ist insgesamt verbesserungswürdig. Man kann dabei auch über flexible Lösungen nachdenken wie den Einsatz von Minibussen, wenn Züge oder Busse beispielsweise hoffnungslos überfüllt sind. Dadurch, dass man beispielsweise Sektionen an mehreren Standorten anbietet, könnte man einerseits mehr Schüler erreichen und andererseits auch Fahrtwege reduzieren.

Ein wichtiges Anliegen bleibt für uns die Orientierung. Die alljährliche ‚Foire de l’Etudiant‘ etwa ist an sich ein gutes Konzept, dessen Potenzial allerdings nicht richtig ausgenutzt wird, da der Gang zur Studentenmesse gut vorbereitet sein will. Manche Schulen nehmen das zu sehr auf die leichte Schulter. Der Übergang von der unteren auf die obere Sekundarstufe ist immer noch zu stark auf die Noten ausgerichtet. Zudem brauchen Schüler angesichts von mehr als 150 Sektionen landesweit Unterstützung, um den Überblick zu behalten. In unseren Augen müssen Schüler von 7e an begleitet werden. Sie müssen wissen, was ihre Stärken sind und wo ihre Schwächen liegen. Das muss auch bei der Orientierung von der Grund- auf die Sekundarschule eine viel wichtigere Rolle spielen.“