DIEKIRCH
MADY LUTGEN

Carole Bentner liebt den Kick bei diesem harten Abenteuerlauf

Neben ihrem Beruf als Krankenschwester betreibt die 33-Jährige sehr viel Sport und liebt Herausforderungen. In einem Gespräch mit dem „Journal“ erläutert sie, weshalb sie so sehr vom „Strongman“ fasziniert ist.

Wie bist du auf die Idee gekommen beim Strongman mitzulaufen?

Carole Bentner Ich hatte davon von Freunden gehört und in den Medien, und da ich ja sowieso solche abenteuerlustige Events liebe, hab ich mich gleich da angemeldet!

Wie viele Male bist du schon mitgelaufen?

Bentner Meinen ersten Strongman habe ich in Labresse in Frankreich absolviert, das waren ’nur‘ 13 km, zusammen mit drei Freunden. Ich war fasziniert von der Mischung Laufen mit Hindernissen, ich hatte einen riesen Spaß, habe den Lauf mit einem breiten Grinsen im Gesicht absolviert und wusste gleich: das ist mein Ding! Es war hart, doch beim Zieleinlauf hatte ich ein solches Glücksgefühl, dass ich mich gleich für meinen zweiten Strongman am Nürburgring angemeldet hab! Dieser hatte 21 km und war viel härter, vor allem das Wetter machte uns zu schaffen, acht Grad, mit Nebel und Nieselregen. Dadurch waren die meisten Hindernisse voller Schlamm und erschwerten uns das ganze nochmal zusätzlich. Es gab ein Hindernis wo man durch ein 40 Meter langes Becken schwimmen musste, und die Wassertemperatur betrug sieben Grad, brrrrr! Nachdem ich aus dem Becken raus war kamen mir unkontrolliert die Tränen vor Erschöpfung, doch als mein Körper langsam wieder wärmer wurde war das auch schon vergessen und ich gab wieder Gas. Den dritten Strongman hab ich am 4. Mai diesen Jahres absolviert, da es sonnig und warm war machte mir das Schwimmbecken dieses Jahr nichts aus, im Gegenteil, es war eine willkommene Abkühlung.

Gibt es ein spezielles Training das du vorher
absolvierst ?

Bentner Da ich sowieso sehr viel Sport mache hatte ich kein spezielles Training. Laufen tu ich sowieso viel und meine Muskelkraft ist durch meine vorherigen Sportarten die ich betrieben habe (Kickboxen, Capoeira, Schwimmen, Volleyball, Fitness, Turnen u.s.w) gut ausgeprägt, also galt es nur noch: Augen zu und durch. Ich liebe Herausforderungen und ich war schon von klein auf immer ein „Straßenkind“, kletterte auf Bäume, stritt mich mit meinem Bruder, probierte fast jede Sportart aus und hatte fast jedes Mal blaue Flecken oder Schürfwunden als ich nach Hause kam (lacht). Ich habe mich von klein auf immer mit den Jungs messen wollen. Und was das wichtigste beim Strongman ist: man muss Biss haben und man darf nicht zimperlich sein!

Warum bist du so vom Strongmanrun fasziniert?

Bentner Es gibt mir einfach ein unbeschreibliches Glücksgefühl, man läuft, dann kommt ein Hindernis, man sieht all die Menschen die mit sich selbst kämpfen, die einfach nur Spaß haben. Die Zusammengehörigkeit die bei den Teilnehmern herrscht, wenn z. B. ein höheres Hindernis zu überwinden ist und jeder sich gegenseitig hilft, ist beeindruckend. Es ist wie ein Kampf gegen mich selbst, gegen meinen inneren Schweinehund, um mir zu beweisen, dass ich alles schaffen kann. Und wenn man dann durchs Ziel läuft ist man einfach nur überglücklich!

Gab es schon mal Momente wo du gedacht hast warum tue ich mir das an oder ist es immer nur Spaß?

BentnerFür mich ist es jedes Mal purer Spaß! Klar man kämpft währenddessen mit sich, doch aufgeben kommt für mich NIEMALS in Frage! Ich bin eine Kämpferin!

Was sind die schwierigsten Momente?

Bentner Wie vorhin schon erwähnt war für mich das schlimmste das eiskalte Schwimmbecken, doch da muss man sich einfach überwinden, man darf nicht nachdenken, einfach machen! Und die Kälte nachdem man das Rennen beendet hat! Ich rate allen Teilnehmern genügend warme Kleidung einzupacken, die man gleich beim Zieleinlauf anziehen kann, denn der Körper ist während dem Rennen so stark gefordert worden, durch Temperaturunterschiede, Muskelanstrengung, Adrenalinschübe, Aufregung, dass er nach dem Rennen schnell an Hitze und Energie verliert.

Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Bentner Am 20.10. bin ich beim Strongman Luxemburg am Start, und dann will ich vielleicht beim „Tough Guy“ in England mitmischen, aber das ist noch ein paar Stufen schlimmer als der Strongman, naja, mal sehen. (lacht)