LUXEMBURG
MM

WEF untersucht Lebensqualität: Luxemburg auf Platz drei

Nackte Zahlen wie Abnahme oder Wachstum der jährlichen Wirtschaftsleistung (BIP) eines Landes, sagen nur die halbe Wahrheit. Ob dieses Wachstum nachhaltig ist oder nicht, geht daraus nicht hervor; ob es gesund erwirtschaftet wurde oder nicht, auch nicht.

Das Bruttoinlandsprodukt als Kennzahl greift zu kurz. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat darum einen Index für inklusive Entwicklung mit 140 Kriterien entworfen: Den Inclusive Development Index (IDI), der seit einigen Jahren veröffentlicht wird und der sowohl Parameter für die Lebenserwartung, Armut und Einkommensverteilung als auch solche für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Staatsverschuldung oder gar den Ausstoß klimaschädlicher Gase enthält. „Kurzfristige Gewinne sollten uns nicht von den gesellschaftlichen Zielen langfristigen Wohlstands und sozialer Sicherheit ablenken“, heißt es in einer Erklärung des WEF.

Kurzfristiges Wachstum steht noch im Vordergrund

Wirtschaftspolitik setze aber trotz besorgniserregender sozialer Ungleichheit noch zu sehr auf kurzfristiges Wachstum, so der WEF weiter. Die Bevölkerung erwarte dagegen ein „Nettoergebnis“ und das seien „breite, nachhaltige Fortschritte bei den Lebensstandards“, sagte Richard Samans vom Weltwirtschaftsforum dazu. Anhand von zwölf Indikatoren will der IDI den Erfolg von Ländern messen, die ihren Bürgern ein gutes Lebensumfeld bieten.

Weltweit vorne im WEF-Ranking liegt wie schon im Vorjahr Norwegen, gefolgt von Island, Luxemburg und der Schweiz. Island hat sich damit von Platz 4 im letzten Jahr auf Platz 2 verbessert und vor Luxemburg geschoben, das letztes Jahr auf dem zweiten Platz lag. Im 5-Jahres-Trend zeigt das WEF für Luxemburg bei Haushaltseinkommen, Wohlstand und Einkommensgerechtigkeit einen Negativtrend an, ohne allerdings näher zu begründen. Eine länderspezifische Zusammenfassung zu Luxemburg enthält der aktuelle Bericht nicht. Insgesamt 103 Ländern wurden untersucht. Deutschland liegt auf Platz 12, Frankreich auf 18, Großbritannien auf 21, die USA auf 23, Japan auf 24, China liegt auf Platz 26.

„Die jahrzehntelange Priorisierung des Wirtschaftswachstums gegenüber der sozialen Gerechtigkeit hat zu einem historisch hohen Maß an Wohlstand und Einkommensungleichheit geführt“, schreibt das WEF. Regierungen hätten dadurch einen positiven Kreislauf verpasst, in dem das Wachstum durch eine umfassendere Verteilung gefördert werde, ohne die Umwelt oder zukünftige Generationen zu belasten.

In den letzten fünf Jahren konnten nur zwölf der 29 entwickeltsten Volkswirtschaften der Welt die Armut verringern, in 17 nahm sie sogar zu, und nur acht sahen einen Rückgang der Einkommensungleichheit. Im Vergleich zum letzten IDI-Bericht konnten sich 64 Prozent der untersuchten Länder insgesamt in den letzten fünf Jahren verbessern.

In 27 Prozent der untersuchten Volkswirtschaften sank allerdings der IDI-Wert, obwohl deren BIP in diesem Zeitraum gestiegen war.

Das zeige, dass das Wirtschaftswachstum allein kein Garant für eine Verbesserung der Lebensqualität sei, resümiert das WEF.