LUXEMBURG
SVEN WOHL

Bei Seed4Start geht es für Start-Up-Unternehmen um alles

Zehn Minuten Zeit haben sie. In diesen Momenten müssen sie ihre Ideen in Pitchform an den Investor bringen. Die Zukunft kleiner, junger Unternehmen entscheidet sich hier, denn nur wer die zündende Idee auch richtig präsentiert, kann auf das nötige Geld hoffen, um sie umzusetzen. „Seed4Start“ nennt sich das Event, auf dem Jungunternehmer quasi gegeneinander antreten und um die Aufmerksamkeit der Investoren buhlen. Dabei mussten sie bereits Vorrunden hinter sich bringen, bei denen nur 14 von 96 Bewerbern weiterkamen.

Keine Garantie für Erfolg

Acht Millionen Euro wurden von 40 Unternehmen in den ersten beiden Ausgaben des Events bereits gesammelt. Dieses Mal wollen die Unternehmen, von denen vier unter einem Jahr alt sind, zwischen 50.000 und 800.000 Euro für ihre Ideen sammeln. Insgesamt sollen es vier Millionen Euro sein. Das Konzept scheint angesichts dieser Zahlen aufzugehen, auch wenn man sich der Herausforderungen bewusst ist. Denn obwohl sich das Event an Akteure aus der Großregion richtet, blieben ihm deutsche Unternehmen dieses Jahr fern. Nicolas Buck, Präsident von Business Initiative, gab in seiner einführenden Rede zu, dass dies unter anderem auch an den sprachlichen Hürden liege, die es zu meistern gelte. Das Ziel des jährlichen Events bleibt trotzdem immer das gleiche: Man will den Unternehmergeist wecken. Dies geschieht hier auf eine proaktive Art und Weise und in den Augen von Nicolas Buck kann es eigentlich gar nicht genug solcher Aktionen geben. Er unterstrich, dass es für junge Unternehmer eben auch wichtig sei, die eigenen Erwartungen etwas zu zügeln. Selbst jene, die es nun in diese Auswahl geschafft hätten, hätten keine Garantie für den Erfolg. Nicht jeder könne auf Anhieb erfolgreich sein und scheitern gehöre nun einmal zum Unternehmerdasein dazu. Er warnte zusätzlich davor, Versagen zu dämonisieren, handelt es sich dabei doch um einen nötigen Schritt der Reifung.

Ideen aus allen Richtungen

An Ideen, die Potenzial haben, mangelte es jedoch nicht. Sowohl Vertreter aus dem Gesundheitsbereich als auch Software und der nachhaltigen Entwicklung waren anwesend. In drei Sessions stellten sie ihre Ideen vor und hofften auf Zuspruch seitens der Investoren. Von neuen Brillengläser-Technologien über Online-Plattformen zum Erlernen von Musikinstrumenten hin zu selbst gemachten exotischen Fruchtsäften: Fast jeder Bereich wird hier angesprochen. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Auswahl im kommenden Jahr getoppt werden könnte, doch auch in dieser Hinsicht blickt man bereits optimistisch ins nächste Jahr.