LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Die Hauptstadt will das Unesco-Weltkulturerbe „Altstadt“ aufwerten

Im kommenden Herbst wird aller
Voraussicht nach die Baustelle in der Altstadt in Angriff genommen. Sie wird sich von der Rue Notre-Dame und der Rue du Fossé über die Rue de l’Eau, die Rue du Rost, die Rue de la Boucherie, die Rue du Curé, die Rue du Marché-aux-Herbes, die Grand-Rue, die Rue du Nord und die Côte d’Eich bis hin zur Rue Sigefroi ziehen. Die Arbeiten, die für eine Gesamtdauer von sieben Jahren veranschlagt sind, werden in Phasen durchgeführt werden. Die Baustelle gliedert sich ein in ein allgemeines, von
Arlette Schneiders Architectes für die Stadt Luxemburg ausgearbeitetes Konzept.

Unesco-Weltkulturerbe

Die Straßen, Gassen und Plätze der Altstadt gehören zu den ältesten der Stadt und sind auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes eingeschrieben. Deshalb hat sich die Stadt Luxemburg zum Ziel gesetzt, diesen Stadtteil aufzuwerten. Das Projekt der Neugestaltung sieht die Erschließung großer und freier Räume vor, die harmonisch und leicht zugänglich sein werden. Die Straßen und Plätze werden miteinander verschmelzen, um eine zusammenhängende Einheit zu bilden, die die historischen Gebäude und die freien Räume hervorhebt und gleichzeitig die touristischen und kommerziellen Anziehungspunkte der Altstadt unterstreicht.

Diese Maßnahmen ermöglichen es den Stadtverantwortlichen, die Lebensqualität der Anrainer und der Besucher zu verbessern, und gleichzeitig visuelle und materielle Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Räumen und Funktionen herzustellen. Die freien Räume der Altstadt werden wieder so erscheinen und funktionieren, wie dies früher, vor den infrastrukturellen Umbauten, die mit der Einführung des Automobils einhergingen, der Fall war.

Ein beigefarbener Granit

Der neue Bodenbelag wird hauptsächlich an Stellen, an denen sich im Moment noch eine Asphaltdecke befindet oder wo mehrere Bodenbeläge sich ungeordnet aneinander reihen, eingebaut. Die Gassen, die aktuell mit Pflastersteinen ausgelegt sind, werden, bis auf einige punktuelle Ausnahmen, erhalten bleiben. Die älteren aber noch erhaltenen Kopfsteinpflaster werden ausgebaut, aufbewahrt und für zukünftige Reparaturen benutzt. Ein einziger Stein-Typ soll eingesetzt werden, d.h. die unterschiedlichen Neugestaltungen werden mithilfe von ein und demselben Material umgesetzt: Einem beigefarbenem Granit. Dieser Naturstein hat sich in der Rue de l’Eau bestens bewährt, wo in den Jahren 2009/2010, während der damaligen Infrastrukturarbeiten, eine Musterfläche angelegt wurde. Insgesamt sollen 8.200 Tonnen Granit verlegt und einige 60 Bäume angepflanzt werden. Das Projekt zur Neugestaltung der Altstadt wurde 2012 bei der Organisation der Welterbe-Städte (OWHC) eingereicht und im Juni 2013 zusammen mit zwölf anderen Projekten im Rahmen des Ateliers „Auf dem Weg nach Oaxaca“ in Córdoba (Spanien) als „vorbildliches Projekt“ zurückbehalten.