LUXEMBURGPATRICK WELTER

Der Verband der Sportfischer hat eine eigene Umwelt-Sektion gegründet

Die luxemburgischen Sportfischer verstehen sich als Verband, der ganz im Dienst des Naturschutzes steht. Das wurde auch gestern beim Jahreskongress der „Fédération Luxembourgeoise des Pêcheurs Sportifs A.s.b.l“, kurz FLPS, in Wasserbillig deutlich. Dem Sportfischerverband gehören über 2.400 Mitglieder an, 2.000 davon sind als Angler lizensiert, die in 61 Vereinen organisiert sind.

Jos Scheuer, der Präsident der FLPS, sprach dem „Journal“ gegenüber von einem wichtigen Kongress, bei dem eine Reihe zentraler Anträge diskutiert und verabschiedet wurde.

Einstimmig für die Umwelt-Sektion

Der wichtigste war wohl der einstimmige Beschluss der Delegierten der Satzung der FLPS einen Artikel 15 hinzuzufügen, der die Gründung einer Umwelt-Sektion innerhalb der Verbandsstrukturen regelt. Für FLPS-Präsident Scheuer liegt diese Gründung auf der Hand, denn die Fischer seien am dichtesten dran an Fischen und Natur. Fische seien naturgemäß die Tiere, die am meisten unter der Verschmutzung eines Gewässers leiden.

Nach den Schadensereignissen des letzten Jahres, wie die Löschwassereinleitung in die Korn oder die Sauer und die Fehlfunktion der Kläranlage Beggen, die die Alzette in kürzester Zeit verschmutzt hatte, habe sich die Gründung einer Umwelt-Sektion regelrecht aufgedrängt. Die Aufgaben der Umwelt-Sektion bestehen darin, Daten und Fakten über die Wasserqualität zu sammeln, sie sowohl verbandsintern als auch an die Öffentlichkeit weiterzugeben und letztendlich auch selbst Ideen zum Thema Gewässerökologie beizusteuern.

Aus Sicht der FLPS „greifen die Zahnräder des Öffentlichen Dienstes nicht richtig ineinander“ wenn es um Gewässerverschmutzung oder Verstöße gegen Bauauflagen geht. Weder Kontrollen noch Sanktionen würden richtig funktionieren, und das auf allen Verwaltungsebenen.

Die Gründung der „Ökologischen Sektion“ wurde auch vom Vertreter des Umweltministeriums, Luc Zwank, ausdrücklich begrüßt.

Jos Scheuer beklagte, dass der Oberste Fischereirat in den letzten beiden Jahren kein einziges Mal zusammengetreten ist, was einen glatten Verstoß gegen die entsprechende Großherzogliche Verordnung darstelle.

Dauerthemen Grundel und Kormorane

Unabhängig vom Kongress beschäftigen zwei Themen die Sportfischer dauerhaft: Das Aufkommen der Schwarzmeergrundel und die Schäden durch Kormorane. Der FLPS-Präsident meinte zum Thema Grundel, dass das von Grenzgewässerkommission ausgesprochene „Anlandungsgebot“, quasi die Verpflichtung Grundeln im großen Stil zu angeln, wenig bringt, da in die so geschaffenen Leerräume in den Gewässern sofort andere Grundeln nachrücken.

In Sachen Kormorane vertreten die FLPS und die Naturverwaltung zusammen mit dem Umweltministerium völlig unterschiedliche Standpunkte. Noch in der vergangenen Woche hatte Umweltministerin Dieschbourg, in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des ehemaligen FLPS-Präsidenten Gusty Graas, die unveränderte Schutzwürdigkeit der Kormorane betont. Nicht zuletzt aufgrund einer EU-Verordnung. Dem widersprach Jos Scheuer ganz entschieden, denn diese Verordnung enthalte eine Öffnungsklausel für den Fall, dass der Schutz der Kormorane wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Aufgrund dieser Klausel würde der Kormoran, der erhebliche Schäden an den Fischbeständen verursacht, in allen Nachbarländern bejagt oder vergrämt. Die FLPS verlange gar keine Bejagung, sondern eine Vergrämung der Kormoran-Kolonien. Leider ignoriere das Umweltministerium die Öffnungsklausel der EU-Verordnung konsequent und zahle den betroffenen Gewässerpächtern auch keine Entschädigungen. Scheuer bezeichnet dieses Verhalten dem „Journal“ gegenüber als „Vogel- Strauß-Politik.“


www.flps.lu