HANNOVER/LUXEMBURG
MARCO MENG

Die CeBIT gewährt Einblicke in die Zukunft - Luxemburg wieder mit dabei

Japan und Deutschland wollen im digitalen Wandel enger kooperieren. In einer „Hannover-Deklaration“ legten beide gestern bei der CeBIT-Messe Grundzüge ihrer Kooperation fest. Dazu gehörten neben dem autonomen Fahren die künstliche Intelligenz oder die Datenanalytik.

Luxemburg auf der Messe

Ähnlich wie in Luxemburg und anderen Ländern Europas herrscht auch in Deutschland ein Mangel an IT-Fachkräften; und der hat sich laut Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zuletzt noch zugespitzt. Nach eigenen Berechnungen habe es 2016 in Deutschland insgesamt 28.800 offene Stellen für Informatiker gegeben - 23 Prozent mehr als im Schnitt des Vorjahrs.

Auf der CeBIT sind auch diesmal wieder einige Vertreter aus Luxemburg. Wirtschaftsministerium und Chambre de Commerce sind mit einem Stand vertreten, um für den digitalen Standort Luxemburg zu werben. So stellen sich auch auf der Messe in Hannover die Initiative „Digital Lëtzebuerg“ vor wie auch „Securitymadein.lu“.

ADEM in Hannover

Zum ersten Mal ist diesmal die ADEM bei der CeBIT. „Wir wurden vom Ministère de l’Economie eingeladen als einer der Hauptakteuren des Arbeitsmarkts in Luxemburg“, erklärte gestern ADEM-Pressesprecherin Julie Ransquin dem „Journal“.

Luxemburgs Arbeitsmarkt wolle sich auf der Messe präsentieren und junge Talente auf den ICT-Sektor des Landes aufmerksam machen. Luxemburgische Unternehmen hatten übrigens vorher die Möglichkeit, der ADEM für den CeBIT-Besuch ihre Arbeitsangebote zu übermitteln; so kann die ADEM vor Ort interessante zu besetzende Stellen in Luxemburg nennen.

Airboxlab aus dem Technoport Esch stellte letztes Jahr zum erstenmal auf der Cebit aus und ist auch dieses Jahr wieder dabei. Das 2012 gegründete Unternehmen entwickelte mit „Foobot“ ein Gerät, das die Raumluftqualität überwacht und kabellos seine Messungen auf Smartphone oder Tablet überträgt. Daneben sind noch die Docler Holding, KPMG Luxembourg, Leyton House, das Startup Motion-S und - wieder einmal - das luxemburgische Industrieunternehmen Paul Wurth S.A. auf der Messe. „Industrie 4.0 und Digitalisierung sind derzeit Schwerpunktthemen der Stahlindustrie. Gemeinsam mit SMS group arbeitet Paul Wurth an einem Konzept intelligenter, metallurgischer Anlagen“, erklärt das Unternehmen. Paul Wurth hatte schon letztes Jahr Projekte im Bereich der Digitalisierung von Produkten und Prozessen gestartet. So zum Beispiel ein intelligentes Sicherheitssystem um Mitarbeiter in Echtzeit auf einer Anlage zu lokalisieren; ein online Ersatzteilkatalog zur schnelleren Identifizierung von Ersatzteilen oder ein intelligentes Wartungsmanagement zur vernetzten und prädiktiven Instandhaltung, wie Firmensprecherin Laurence Kayl erklärt.

„Für diese Produktentwicklungen brauchen wir Mitarbeiter mit den erforderlichen IT Kenntnissen. In dieser Hinsicht bietet die CeBIT sicherlich das geeignete Forum, um mit jungen Talenten Kontakte zu knüpfen.“

Das luxemburgische Startup Mindool ist zum erstenmal auf der Messe. Firmengründer Tom Weidig sagt: „Heute morgen ging es um fünf Uhr los, um um elf Uhr auf der Messe zu sein!“ Schon in der ersten Stunde hätte es drei interessante Gespräche gegeben. „Wir erhoffen uns viele Gespräche mit vielen Besuchern und Ausstellern, um unser Tool vorzustellen, Feedback zu erhalten und Cooperationen einzugehen“, so Weidig. Letztes Jahr war das Mindool-Team als Besucher auf der CeBIT. „Als Aussteller hat man interessanterweise weniger Stress, weil man auch weniger herumläuft“, scherzt Weidig.

Dass die Chambre de Commerce luxemburgischen Startups die Möglichkeit bietet, kostengünstig an der CeBIT teilzunehmen, sei „eine tolle Initiative“.