FLORENZ
CATHERINE NOYER

Officine Panerai eröffnet ein Museum zur Geschichte seiner Taucheruhren

Als Guiseppe Panerai sich 1860 in Florenz als Uhrmacher niederließ, gründete er ein Geschäft, eine Werkstatt und eine Uhrmacherschule. Erst nach 1900 machte sich Officine Panerai einen Namen als Hersteller hochpräziser Instrumente für die italienische Marine. Die Firma entwickelte eine fluoreszierende Substanz auf Radium-Basis, mit der sich die Zifferblätter Instrumente auch im Dunklen ablesen lassen. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg konstruierte Panerai das Uhrenmodell „Radiomir“ speziell für den Unterwassereinsatz der Kampftaucher der italienischen Marine. Das radioaktive Leuchtmittel wurde 1949 durch eine Leuchtmasse auf Tritiumbasis ersetzt und unter dem Namen „Luminor“ patentiert, dem Namen, den auch das damit ausgestattete Uhrenmodell erhielt. Da Officine Panerai die Marine belieferte unterlag es der militärischen Geheimhaltung.

Als die Marke 1997 vom Schweizer Richemont-Konzern aufgekauft wurde, eroberten die Uhren ebenfalls den internationalen Markt. Heute befindet sich die Manufaktur im Schweizer Jura in Neuchâtel, wo die Uhr und deren Werke hergestellt werden.

Guiseppe Panerai als Wachspuppe

Vor ein paar Wochen kam das Gründunghaus auf der Piazza San Giovanni in Florenz erneut zu Ehren, da hier nicht nur Uhren verkauft werden, sondern ein Museum eröffnet wurde. Der Blick in die Vitrinen entführt direkt ins Meer, das eng verbunden mit der Marke ist, besonders seit 1936 die Italienische Marine ihre erste Bestellung aufgab. Eine Hommage an die Kreateure dieser ersten druckfesten Uhren, die um 1900 noch eine Zukunftsvision waren, ist dieser Teil der Ausstellung, der gleichzeitig die Entwicklung der Unterwasseruhren bis heute zeigt. Uhrenliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, da alle historischen Uhren der Marke und eine Vielzahl an Präzisionsinstrumenten, die Panerai ebenfalls herstellte, zu sehen sind.

Die erste Etage ist dem Gründer, Guiseppe Panerai, gewidmet, der als Wachspuppe an seinem Arbeitstisch sitzt und den Kopf bewegt, sobald sich ein Besucher nähert. Die Puppe wurde im Musée Grévin in Paris hergestellt. Die Möbel und die verschiedenen persönlichen Gegenstände sind Stücke aus der Werkstatt des Firmengründers, die im Originalzustand erhalten ist.