LUXEMBURG
TOM CONZEMIUS

Seit 1974 begeht die Welt am 5. Juni den internationalen Tag der Umwelt, ein Tag, an dem in über 100 Ländern für Aktionen zum Umweltschutz geworben wird. Diesmal steht die Luftverschmutzung im Mittelpunkt, die jährlich Millionen das Leben kostet. Für die Stiftung „Hëllef fir d’Natur“ ist der Umwelttag ein wichtiger Termin, um auf Problematiken aufmerksam zu machen, die uns alle betreffen, sagt „natur & ëmwelt“ Ehrenpräsident Tom Conzemius.

„Alle Aktionen, um auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen, begrüßen wir. Denn sie tragen zum notwendigen Mentalitätswandel bei, um diese Probleme in den Griff zu bekommen, die zweifelsohne – und das belegen eine Menge Studien – von unseren Konsumgewohnheiten und dem riesigen Ressourcenverbrauch des Menschen herrühren.

Beispiele sind die Erderwärmung oder die drastische Abnahme der Biodiversität weltweit, wie sie der rezente Bericht der ‚Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services‘ belegt hat. Wenn eine von geschätzt acht Millionen Arten vom Aussterben bedroht ist, hat das schwerwiegende Konsequenzen auf ökologische Gleichgewichte und schlussendlich auch auf die Menschen.

Wir brauchen in Luxemburg nicht zu glauben, dass das nur eine Problematik in weit entfernten tropischen Ländern ist. Nein, auch vor unserer Haustür schwindet die Biodiversität. Und es liegt auf der Hand, dass auch unsere Konsumgewohnheiten zu Naturzerstörungen in anderen Ländern beitragen.

Wie beim Klimawandel gilt auch in Sachen Erhalt der Artenvielfalt: Die Menschen haben es in der Hand, die Entwicklungen umzukehren. Allerdings müssen sie dazu sofort und konsequent handeln. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass die Gesellschaft dazu bereit ist. Und leider setzt auch die Politik nicht die beherzten Akzente, die sie setzen müsste.

Der Druck muss und wird steigen. Optimistisch stimmen mich in dieser Hinsicht auch die weltweiten Klimamärsche, die in den letzten Monaten vor allem Jugendliche rund um den Globus veranstaltet haben. Seit 20 Jahren gab es keine solche Bewegung mehr, der Klimaschutz scheint mir in der Zeit ziemlich von der politischen Agenda verschwunden zu sein. Die jungen Leute haben begriffen, dass derzeit etwas radikal schief läuft, das ihre Zukunft in Gefahr bringt und sie haben Recht, sich dagegen zu wehren und von der Politik Rechenschaft zu verlangen.

Ich würde mir wünschen, dass die Politik die erwähnten Problematiken couragiert angeht, ohne auf den nächsten Wahltermin zu schielen und ohne notgedrungen den breitestmöglichen Konsens abzuwarten. Die Zeit drängt, die Versprechen auch in die Tat umzusetzen, die immer wieder in Sonntagsreden gemacht wurden und Lösungen anzubieten, um die Menschen mit auf den Weg des ökologischen Wandels zu nehmen. Klar ist dabei, dass eine reine Verbotspolitik nichts bringt.“